Software-Entwicklung „Agile Ansätze stoßen auf Skepsis – speziell bei Elektrik/Elektronik“

Von Sven Prawitz

Softwarefunktionen im Auto werden immer stärker wettbewerbsdifferenzierend und können künftig hohe Umsätze erzielen. Jörg Ohlsen, CEO von Cognizant Mobility, über die Defizite in der Branche und Best Practices.

Jörg Ohlsen, ist Geschäftsführer von Cognizant Mobility: „Viele Best Practices, gerade wenn es um Connectivity geht, lassen sich aus der Unterhaltungselektronik oder Telekommunikation ableiten.“
Jörg Ohlsen, ist Geschäftsführer von Cognizant Mobility: „Viele Best Practices, gerade wenn es um Connectivity geht, lassen sich aus der Unterhaltungselektronik oder Telekommunikation ableiten.“
(Bild: Cognizant Mobility)

Herr Ohlsen, Software wird im Auto immer mehr zur kritischen Komponente. Wie sehen Sie die Branche diesbezüglich aufgestellt?

Software im Fahrzeug wird nicht nur zu einer wichtigen Komponente, sie trägt künftig einen Großteil der Wertschöpfung des gesamten Produkts. Bei dieser Verlagerung wird schnell deutlich, dass Software in einem neuen, professionellen Maßstab gedacht werden muss, ähnlich einem Fabrikprodukt – Stichwort: Software Factory.

Wie meinen Sie das?

Um die nächsten hundert Millionen von Codezeilen nicht nur zu entwickeln, sondern auch warten zu können braucht es nicht nur Ressourcen in der Software-Entwicklung, sondern auch das modernste IT-Skillset. Wir erinnern uns alle an die Schwierigkeiten der OEMs mit Over-the-Air-Updates. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs, denn die darunter liegenden Software-Architekturen sind noch nicht dort, wo sie nach dem heutigen Stand der Technik sein sollten. Ohne IT-Partnerschaften und übergreifende Zusammenarbeit wird es den Herstellern und Systemlieferanten schwer fallen diese Lücke zu schließen.