Suchen

Schaeffler „Alles auf dem Prüfstand“

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der Automobilzulieferer Schaeffler reduziert seine Kosten, um die Nachfrageeinbrüche in der Automobilindustrie abzufedern.

Firma zum Thema

„Bei uns kommt alles auf den Prüfstand“, zitiert das „Handelsblatt“ am Mittwoch Unternehmenskreise. Bei einem Autoanteil von 60 Prozent am Geschäft schlagen die aktuellen Produktionskürzungen von Herstellern wie BMW, Mercedes-Benz und Opel voll auf Schaeffler durch. Firmenchef Jürgen Geißinger reagiert, indem er die Produktion verringert, Leiharbeiter freisetzt und die Investitionen kürzt. „Wir schichten die Produktion um, teilweise müssen wir kürzen“, sagte ein Schaeffler-Sprecher.

Produktionskürzung bis zu einem Drittel

In Einzelfällen würde um ein Drittel reduziert, in anderen Bereichen wie bei der Lenkung für den erfolgreichen VW Tiguan gebe es aber weiterhin Lieferengpässe. Die Stammbelegschaft umfasst 66.000 Mitarbeiter. Ihre in den Boomzeiten angewachsenen Zeitkonten werden dem Bericht zufolge jetzt reduziert. Betriebsvereinbarungen zufolge können sie ohne weitere Zustimmung der Arbeitnehmervertreter je nach Standort auch ein Minus von 150 Arbeitsstunden pro Mitarbeiter aufweisen. Die Gehälter bleiben davon unberührt. Viele der 8.000 Mitarbeiter am Stammsitz im fränkischen Herzogenaurach bleiben vorerst zuhause.

Beschäftigungs-Bündnisse

Management und Betriebsrat schlossen dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren in Herzogenaurach und an anderen Standorten Bündnisse für Beschäftigung. Zeitkonten, unbezahlte Freistellungen, interne Versetzungen und Altersteilzeit sollen dem Zulieferer auch in schlechten Konjunkturlagen Atem verschaffen. Reicht das nicht, könnten Kurzarbeit und schließlich eine Verringerung der Arbeitszeit mit entsprechenden Einkommenseinschnitten folgen.

dpa

(ID:275380)