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Zulieferer Aluminium-Spezialist AMAG treffen US-Strafzölle

| Autor: Svenja Gelowicz

Die USA verhängen Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl- und zehn Prozent auf Aluminiumimporte – die AMAG Gruppe rechnet mit Einbußen im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Derweil plädiert VDA-Chef Bernhard Mattes für Besonnenheit und eine „sachliche Debatte“.

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AMAG erwartet im Jahr 2018 negativen Ergebniseffekt im mittleren einstelligen Millionen Euro Bereich wegen der Strafzölle.
AMAG erwartet im Jahr 2018 negativen Ergebniseffekt im mittleren einstelligen Millionen Euro Bereich wegen der Strafzölle.
(Bild: AMAG Austria Metall AG)

US-Präsident Trump hat Einfuhrzölle von 25 Prozent auf Stahl- und zehn Prozent auf Aluminiumimporte durchgesetzt: ausgenommen von dieser Regelung sind Kanada und Mexiko. Die AMAG Gruppe, Zulieferer für Aluminiumguss- und -walzprodukte, erwartet dadurch Einbußen: Für den Aluminium-Spezialist sind die USA seit Jahren ein bedeutender Markt für Primäraluminium und Walzprodukte. „Wir haben die Entscheidung der US-Administration zur Kenntnis zu nehmen, welche sich auf das diesjährige Geschäftsergebnis der AMAG aus heutiger Sicht im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich auswirken wird“, so Helmut Wieser, CEO der AMAG Austria Metall AG.

AMAG hat nach eigenen Angaben am Standort Ranshofen in den Ausbau der Walzkapazitäten investiert. Ein Teil des geplanten Absatzwachstums auf über 300.000 Tonnen Walzprodukte soll in den USA stattfinden. Für 2018 wird ein US-Absatz von rund 35.000 Tonnen Walzprodukte erwartet. Die AMAG ist darüber hinaus zu 20 Prozent an der kanadischen Elektrolyse Alouette beteiligt. Der AMAG-Produktionsanteil von rund 120.000 Tonnen Primäraluminium wird annähernd zur Gänze in die USA exportiert.

VDA-Chef Mattes mahnt zur Besonnenheit

Währenddessen ruft VDA-Chef Bernhard Mattes in einem Statement zur Besonnenheit auf. „Mit Emotionen kommen wir nicht weiter, wir brauchen eine sachliche Debatte. Maßstab hierfür sind die Prinzipien der Welthandelsorganisation WTO, die fairen und freien Handel sichern sollen“, so Mattes. Ein Handelskrieg zwischen den USA und Europa müsse auf jeden Fall vermieden werden: „In einem solchen Handelskrieg gibt es keine Gewinner, auf keiner Seite.“

Donald Trump auf Protektionismus-Kurs

Jüngst hat Trump mit angedrohten Strafzöllen auf europäische Autos den Handelskonflikt mit der EU angeheizt und einen der wichtigsten deutschen Industriezweige aufgeschreckt. Neben Stahl und Aluminium will der US-Präsident auch auf europäische Autos Strafzölle erheben. Politiker und Branchenexperten warnen vor den Folgen.

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 Svenja Gelowicz

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Autojournalistin