Werkstoffe in der Automobilindustrie Aluminium: Wie sich Preise, Eigenschaften und Recycling verändern

Von Thomas Günnel

E-Autos, Shuttles und E-Bikes verändern die Einsatzgebiete und -mengen von Aluminium deutlich. Knappe Rohstoffe und steigende Werkstoffpreise fordern aber weitere neue Ansätze – vor allem beim Recycling.

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Aluminium ist als Leichtbauwerkstoff in der Automobilindustrie gesetzt, die verwendete Menge steigt.
Aluminium ist als Leichtbauwerkstoff in der Automobilindustrie gesetzt, die verwendete Menge steigt.
(Bild: AMAG)

Aluminium lässt sich sehr gut recyceln, ermöglicht leichtere Komponenten und ist seit Jahren etabliert – mit steigender Tendenz. Pro Fahrzeug verbauten Automobilhersteller in Europa im Jahr 2019 durchschnittlich 179,2 Kilogramm Aluminium. Das hat die Unternehmensberatung Ducker Frontier ermittelt. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind es 172,1 Kilogramm. „Elektrisch angetriebene Fahrzeuge haben einen rund doppelt so hohen Aluminiumbedarf. Bei BEVs sind es 320,8 Kilogramm und bei Plug-in-Hybriden sogar 360,5 Kilogramm“, sagt Marius Baader. Baader ist Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie und auch im Präsidium des Aluminium Deutschland e.V.. Beide Verbände vertreten die Interessen der Unternehmen, die den Werkstoff verarbeiten.

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Marius Baader

Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2019, als der Elektro-Anteil am europäischen Markt noch bei unter vier Prozent lag. Im Jahr 2021 hatte nach VDA-Angaben bereits knapp ein Fünftel der neu zugelassenen Pkw einen Elektro-Antrieb; „entsprechend höher dürfte der Aluminiumanteil heute liegen“, sagt Baader. Für das Jahr 2025 gehen die Analysten von Ducker Frontier von circa 200 Kilogramm Aluminium je Fahrzeug in Europa aus.