China Market Insider Gefahr für deutsche KMUs: Neue Börse finanziert Chinas Mittelstand

Von Henrik Bork

China hat eine neue Börse eingerichtet – speziell für den Mittelstand. Statt mit Subventionen oder Krediten soll der Kapitalmarkt künftig KMUs finanzieren.

Chinas dritter Handelsplatz, die Börse in Peking, hat sich auf KMUs spezialisiert.
Chinas dritter Handelsplatz, die Börse in Peking, hat sich auf KMUs spezialisiert.
(Bild: picture alliance / Du Jianpo / Costfoto)

Zulieferer der Automobilbranche sind die Stars der neuen Pekinger Börse, die vor wenigen Tagen offiziell eröffnet worden ist. Die Aktien von „Tongxin Transmission“ und anderen chinesischen Mittelständlern schossen am ersten Handelstag um bis zu 500 Prozent in die Höhe, berichteten CNN Business und chinesische Medien. Mit der neuen Börse, einem Lieblingsprojekt des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, soll innovativen „Kleinen Riesen“ in China der Zugang zu Kapital erleichtert werden.

In den kommenden Jahren sollen Tausende von chinesischen KMUs an der neuen Börse notiert werden.

Der Ausdruck „Kleiner Riese“, den Xi Jinping selbst benutzt hat, ist das deutsche Äquivalent des Begriffs „Hidden Champions“. In Peking hat man erkannt, dass für eine moderne Fertigungsindustrie, darunter die im Umbruch befindliche Autoindustrie, innovative kleinere und mittelgroße Unternehmen (KMU) eine zentrale Rolle spielen. Dem deutschen Mittelstand, dessen Erfolg in China aufmerksam verfolgt wird, will man nun in Peking verstärkt Konkurrenz machen.