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Hyundai i40 Angriff in der Mittelklasse

| Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Grimm

Die koreanische Marke startet im September mit ihrem D-Segment-Kombi. Mit dem i40 will Hyundai vor allem bei Gewerbekunden Eindruck machen.

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Hyundai will ein größeres Stück vom Kuchen in der Mittelklasse. Mit dem neuen i40, der im September auf den Markt kommt, wollen die Koreaner im Revier der deutschen Hersteller wildern. In einem Segment, in dem die Hälfte aller Autos in Deutschland als Kombi gekauft wird, starten die Koreaner daher auch zuerst mit einem Kombi. Die Limousine folgt im Spätherbst.

„Der i40 unterstreicht die Ambitionen von Hyundai, auch in anderen Segmenten als der Kompakt- und SUV-Klasse zu wachsen“, sagte Hyundai-Deutschland-Chef Werner Frey bei der Vorstellung des Modells in Rostock.

Der i40 Kombi wurde als eigenständiges Modell unabhängig vom Schwestermodell Sonata, auf dem die i40 Limousine basiert, speziell für Europa entwickelt. Die Federführung hatte das europäische Designzentrum von Hyundai in Rüsselsheim unter Chefdesigner Thomas Bürkle. Gebaut wird das Modell allerdings im koreanischen Ulsan.

Gewerbekunden im Fokus

Mit dem neuen Modell will Hyundai vor allem bei Gewerbekunden punkten. Der Importeur rechnet mit einem Firmenkundenanteil von 20 bis 25 Prozent bei den so genannten echten Gewerbekunden – also ohne Miet- und Vorführwagen. Insgesamt will Hyundai in diesem Jahr noch 2.500 Einheiten absetzen. Im nächsten Jahr sollen es 8.000 werden. 75 Prozent der Verkäufe sollen dabei auf den Kombi entfallen.

Im i40 hat Hyundai viele, teils optionale Ausstattungsdetails verbaut (siehe auch Bildergalerie), die es bisher in keinem Modell der Marke gab. Dazu gehören der Knieairbag für den Fahrer, der Spurhalteassistent, das adaptive Kurvenlicht der vollautomatische Einparkassistent, das beheizbare Lenkrad und die kühlbaren Vordersitze.

An Motoren stehen zwei Otto- und zwei Diesel-Varianten zur Wahl. Als Einstiegsaggregat bietet der Importeur einen 1,6-Liter-Otto-Direkteinspritzer mit 99 kW/135 PS an, der durchschnittlich 6,4 Liter Super auf 100 Kilometer braucht und damit 149 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Der erstmals angebotene Zwei-Liter-Ottomotor leistet 130 kW/177 PS und hat einen Durchschnittsverbrauch von 6,8 Litern (CO2-Ausstoß:159 g/km).

Zudem gibt es einen Common-Rail-Diesel-Direkteinspritzer mit 1,7 Litern Hubraum, der in zwei Leistungsstufen erhältlich ist: mit 85 kW/116 PS oder mit 100 kW/136 PS. Beide sind auch als besonders sparsame Blue-Version verfügbar - unter anderem mit Start-Stopp-Automatik. So ausgestattet begnügt sich der kleine Diesel mit 4,3 Litern (CO2-Ausstoß: 113 g/km), der große mit 4,5 Litern Kraftstoff (CO2-Ausstoß: 119 g/km).

Die Zielgruppen für den i40

Die Zielgruppen für den i40

Hyundai rechnet damit, dass sich 70 Prozent der Kunden für den Diesel entscheiden werden. „Wir kommen mit unserem 136 PS-Diesel unter die Marke von 120 Gramm CO2 pro Kilometer, die für viele Flotten aus Steuergründen eine wichtige Grenze ist“, erklärt der für Flottenkunden zuständige Kai Hesselbach.

Alle Motorvarianten sind serienmäßig mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe kombiniert. Für die beiden stärkeren Motorisierungen steht gegen 1.400 Euro Aufpreis eine Sechs-Stufen-Automatik zur Verfügung. Bei der Motorisierung ist noch Luft nach oben. Ein kräftigerer Diesel ist in Planung. Auch das im Coupé Veloster erstmals verbaute Direktschaltgetriebe ist für den i40 denkbar.

Das Mittelklassefahrzeug ist in drei Ausstattungslinien erhältlich. Einstiegsmodell ist der i40 „Comfort“. Er kostet mit dem kleinen Benziner 23.990 Euro, mit dem 116-PS-Diesel ist er ab erhältlich ist. Zur Serienausstattung gehören unter anderem sieben Airbags, ein Berganfahrassistent, aktive Kopfstützen, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine elektronische Parkbremse, eine manuelle Klimaanlage, ein Lichtsensor und Nebelscheinwerfer.

Basispreis kann bis 31.000 Euro steigen

Wer einen i40 „Style“ bestellt, zahlt mindestens 27.550 Euro und erhält zusätzlich unter anderem eine Geschwindigkeitsregelanlage, eine Zwei-Zonen- Klimaautomatik mit automatischer Anti-Beschlagregelung für die Windschutzscheibe, eine Sitzheizung vorne und einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz. Zudem gibt es Leichtmetallfelgen und eine Einparkhilfen vorne und hinten.

Der i40 „Premium“ bietet ab 31.140 Euro Xenon-Scheinwerfer inklusive automatischer Leuchtweitenregulierung und Scheinwerferreinigungsanlage, Leichtmetallräder im 17-Zoll-Format und eine ab der B-Säule dunkel getönte. Außerdem sind das Smart-Key-System, Scheibenwischer-Enteiser und ein Gepäckraumordnungssystem an Bord. Die Ledersitze sind vorne und hinten beheizt und neben dem Fahrersitz ist auch der Beifahrersitz elektrisch einstellbar.

Zielgruppe: männlich und gut situiert

Die Materialien im i40 sind sicht- und spürbar hochwertig. Der Innenraum wirkt trotz der umfangreichen Ausstattung aufgeräumt und keinesfalls überladen. Der Klasse entsprechend ist auf beiden Sitzreihen ausreichend Platz. Der Gepäckraum fasst zwischen 557 Liter und kann bei Bedarf durch Umklappen der Rücksitzbank auf bis zu 1.731 Liter vergrößert werden.

Die Zielgruppe für den i40 definiert Hyundai – auch im Hinblick auf den hohen Gewerbekundenanteil - als männlich und gut situiert, selbstständig, freiberuflich oder in leitender Funktion tätig. Dennoch dürfte das Modell angesichts des günstigen Einstiegspreises und des guten Platzangebots auch für Familien sehr interessant sein – auch weil die i40-Käufer wie bei den übrigen zuletzt eingeführten Hyundai-Modellen das Fünf-Jahres-Garantiepaket inklusive Wartung mit dazu bekommen.

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