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Frost & Sullivan Apps als Einnahmequellen für OEMs

| Redakteur: Bernd Otterbach

Automobilhersteller in Europa und Nordamerika haben als Antwort auf die Smartphone-Bedrohung einen Gang zugelegt. Ein Großteil der Hersteller hat den Markt mit kostenlosen Apps für die Bereiche Kundenpflege und Pannenhilfe überschwemmt, während andere Apps mit Mehrwert, wie Remote Start/Stop geschaffen haben.

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Auch Neuentwicklungen, wie Nokia MirrorLink - ein Standard, auf dessen Basis Alpine inzwischen ein Hauptgerät als Nachrüstlösung geschaffen hat - eröffnen neue Umsatzmöglichkeiten für Automobilhersteller. Sie ermöglichen Smartphone-Apps im Fahrzeuginneren, und zwar in Form von vollständigen, externen Terminals, mit Steuerungen, bei denen fahrzeugspezifische Mensch-Maschine-Schnittstellen zum Einsatz kommen. Dies erzeugt im Gegenzug starkes Interesse an HMI-Elementen, sowohl als Umsatzerzeuger als auch als Markendifferentiatoren. Konzepte wie Chevrolet MyLink oder GMC Intellilink sind Beispiele für diese HMI-Lösungen seitens der Automobilhersteller.

2013 wird fast jeder OEM Apps entwickeln

Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan, Connectivity, App Stores, and Cloud-based Delivery Platforms: Future of Connected Infotainment and Telematics Market, wird im nächsten Jahr fast jeder OEM Apps entwickeln und über die allgemein bekannten App-Stores vertreiben. Das Interesse von Handyherstellern, wie HTC, Samsung, LG und Sony, an dem Standard Nokia MirrorLink zeigt dessen Potential, zu einem Industriestandard zu werden, und ermöglicht Automobilherstellern, Apps zu standardisieren und daraus Umsätze zu gewinnen.

„Mobile Apps haben bereits im Verbrauchersegment zu einer Revolution geführt und sich zu einem machtvollen alternativen Geschäftsmodell und einer guten Umsatzquelle für Handyhersteller entwickelt“, erklärt Frost & Sullivan Research Analyst Krishna Jayaraman. „Obwohl für den Automarkt nicht von einer ähnlichen Situation ausgegangen werden kann, ermutigen Standards wie MirrorLink und andere Entwicklungen die Autohersteller, in Zukunft auf Smartphone-Apps zu setzen. Eine wichtige treibende Kraft ist hierbei zudem der verstärkte Schwerpunkt auf HMI-Planung und -Entwicklung.”

Smartphones sind keine Bedrohung

Technologien für Smartphone-Schnittstellen, wie Ford SYNC Applink, Nokia MirrorLink und zahlreiche andere Konzepte haben Autohersteller davon überzeugt, Smartphones und die entsprechenden Apps nicht als Bedrohung, sondern als zusätzliche Umsatzquelle und Anziehungsfaktor zu sehen. Dadurch, und durch das Aufkommen von Touchscreens und erweiterten sprachbasierten Benutzerschnittstellen im Fahrzeuginneren, ist es für OEMs an der Zeit, diese Antriebskräfte zu nutzen und daraus eine zusätzliche Einnahmequelle zu machen.

„Die größte sich daraus ergebende Herausforderung ist, dass Automobilhersteller den vormals zweitrangigen Software-Anbietern, Handyherstellern und App-Unternehmen mehr Spielraum einräumen als bisher“, erläutert Jayaraman. „Wenn man bedenkt, wie streng die OEMs gewöhnlich ihre Zulieferkette kontrollieren, so dürfte dies die schwerste Hürde sein, die überwunden werden muss, wenn Automobilhersteller aus Apps und Smartphone-Schnittstellen Gewinne erzielen möchten.”

Ökosystem von Entwicklern

Autohersteller müssen eine Art Ökosystem von Entwicklern und Apps erschaffen, welches ins Fahrzeuginnere integriert werden kann, entweder durch einen gemeinsamen Standard, wie Nokia MirrorLink, oder durch eigene, entwickelte Standards, wie das zusammen mit RealVNC entwickelte Jaguar Connect and View.

„In beiden Fällen sind keine engen Geschäftsverbindungen zwischen OEM, Tier-1- oder Tier-2-Zulieferern gefordert“, so Jayaraman abschließend. „Gefragt ist hingegen ein ökosystemorientierter Ansatz, indem jeder Partner Mehrwert zum Gesamtangebot beisteuert.“

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