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Vernetzung Apps statt PS: Die Autobranche im Wandel

| Autor / Redakteur: dpa / Thomas Günnel

Autos fahren ohne Fahrer, werden Teil des Internets oder richten sich auch bei Design und Raumangebot individuell nach Kundenwünschen. In führenden Köpfen der Autowelt ist das schon real.

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Fahrerlose Autos die Teil des Internets sind und sich auch bei Design und Raumangebot individuell nach Kundenwünschen richten: In führenden Köpfen der Autowelt ist das bereits Realität.
Fahrerlose Autos die Teil des Internets sind und sich auch bei Design und Raumangebot individuell nach Kundenwünschen richten: In führenden Köpfen der Autowelt ist das bereits Realität.
(Bild: Continental )

Früher war in der Autobranche alles klar und eindeutig. Das Endprodukt Auto definierte sich über Design, Größe, Komfort, Sicherheit, Preis – und natürlich PS. Etwa alle sechs Jahre gab es neue Modelle. Allianzen waren eine Sensation. Junge Menschen träumten noch vom eigenen Auto als Statussymbol. „Heute haben sich die Kundenwünsche dramatisch verändert“, sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Der Zulieferer Conti ist ein Beispiel für den Umbruch: Er gab im Januar bekannt, mit Nokia hochpräzise Karten zu entwickeln, die sogar vom Autopiloten genutzt werden könnten. Conti-Chef Elmar Degenhart sagt: „Die Digitalisierung des gesamten Lebens nimmt weiter rasant zu. Sie verändert sowohl die Mobilität als auch die industrielle Produktion. Sie verlangt von uns Offenheit für völlig neue Lösungswege.“ Im Markt ist viel Bewegung. Der Internetriese Google kaufte kürzlich die Navi-App Waze, mit der sich Nutzer gegenseitig über die Verkehrslage informieren. Google selber erprobt längst autonom fahrende Autos. Hier prallen milliardenschwere Branchen aufeinander.

„Auto wird Teil des Internets“

„Das Geschäftsmodell der Automobilhersteller hat sich drastisch verändert“, attestiert Bratzel. Fahrzeugtechnische Themen drehten sich hin zu virtuellen Themen. So arbeitet Conti auch mit dem Netzausrüster Cisco zusammen. IBM ist ein weiterer Conti-Partner – beide Branchen, früher einander fremd, nähern sich immer stärker an. Das Credo von Conti-Chef Degenhart: Er glaube, „dass das Internet nicht nur ins Auto kommt, sondern dass das Auto Teil des Internets wird“. Branchenfachmann Bratzel sieht das ähnlich. „Das alles spiegelt wider, dass sich die Kunden zunehmend in einer anderen Welt bewegen.“ Das Auto wird zur rollenden App-Plattform. „Wenn man so will, beginnt jetzt die Verlagerung von der Hardware – dem Auto also – verstärkt hin zur Software und Dienstleistungen“, sagt der Experte. Darin hätten Autobauer aber seit gut 100 Jahren eher wenig Übung. Nun gehe es Schlag auf Schlag. Jüngst gab Daimler dem Trend sogar einen eigenen Markennamen: „Mercedes Me“.

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