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Delphi Arbeiter billigen Kompromiss

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Rund 17.000 Delphi-Arbeiter, die der Gewerkschaft UAW angehören, haben drastischen Lohnkürzungen und anderen Konzessionen zugestimmt.

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Rund 17.000 zur US-Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) gehörende Arbeiter des insolventen Automobilzulieferers Delphi haben drastischen Lohnkürzungen und anderen Konzessionen zugestimmt. Sie billigten das neue Tarifabkommen in einer Urabstimmung mit 68 Prozent, während sich 32 Prozent dagegen aussprachen, teilte Gewerkschafts-Präsident Ron Gettelfinger in Detroit mit.

Altgediente Arbeiter nehmen Lohnkürzungen von früher 27,44 Dollar je Stunde auf einen Basislohn von 16,23 Dollar hin, was Lohnabstrichen von bis zu 40 Prozent bedeutet, berichtete die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg". Sie erhalten als Entschädigung über einen Zeitraum von drei Jahren Boni von bis zu 105.000 Dollar. Delphi, die ehemalige Autoteile-Sparte von General Motors, will 21 seiner insgesamt 29 US-Fabriken schließen oder verkaufen.

Von den acht verbleibenden Fabriken werden nur vier von der UAW vertreten. Mehrere andere Gewerkschaften sowie das Insolvenzgericht in New York müssen die Vereinbarung noch billigen. Delphi ist der größte amerikanische Zulieferer.

Streik abgewendet

Für General Motors (GM), dem weiterhin mit Abstand größten Delphi-Kunden, fallen damit Streikdrohungen gegen Delphi weg. Ein Ausstand bei Delphi hätte für GM schwere geschäftliche Folgen gehabt. GM wird die Kosten für die Delphi-Vereinbarungen weitgehend tragen und hatte sie früher auf bis zu sieben Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) beziffert. Delphi könnte nach der Tarifeinigung möglicherweise bald saniert und finanziell gestärkt aus dem Insolvenzverfahren heraus kommen. Mehrere Investmentfirmen wollen mit 3,4 Milliarden Dollar bei Delphi einsteigen. GM, Ford und Chrysler beginnen innerhalb von Monatsfrist ihrerseits mit Tarifverhandlungen mit der UAW, wobei sie ebenfalls auf weit reichende Konzessionen drängen dürften.