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Arval stellt sich der Klimadebatte

| Redakteur: Silvia Lulei

Umweltbewusstsein und Klimadebatte sind zwar heiß diskutierte Themen unter deutschen Flottenmanagern, die konkrete Nachfrage nach alternativen Antrieben ist jedoch verhalten. Der herstellerunabhängige Full-Service-Dienstleister Arval Deutschland will seinen Kunden künftig umweltfreundliche Fahrzeuge näher bringen.

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Lionel Wolff ist seit Februar Geschäftsführer von Arval Deutschland. Sein Vorgänger Tero Tapala hat neue Aufgaben im Corporate-Center der Arval-Gruppe übernommen.
Lionel Wolff ist seit Februar Geschäftsführer von Arval Deutschland. Sein Vorgänger Tero Tapala hat neue Aufgaben im Corporate-Center der Arval-Gruppe übernommen.
( Foto: Finsterwalder )

Umweltbewusstsein und Klimadebatte sind zwar heiß diskutierte Themen unter deutschen Flottenmanagern, die konkrete Nachfrage nach alternativen Antrieben ist jedoch verhalten. Laut Lionel Wolff, dem neuen Chef von Arval Deutschland, haben gerade einmal 0,4 Prozent der Fahrzeuge, die Arval betreut, alternative Antriebe. Wolff weiß jedoch, dass viele Kunden konkrete Angebote für beispielsweise Erdgasmotoren oder umweltschonende Abgastechnologien einholen wollen. Daher werde auch der herstellerunabhängige Full-Service-Dienstleister Arval seine Beratungen für umweltfreundliche Fahrzeuge intensivieren, kündigt Wolff an. „Wir stellen uns der Klimadebatte.“

Thema Sicherheit hatte Priorität

Wolff will die Beziehung zum Kunden mittels verbesserter Dienstleistungen und neuer Prozessabläufe kontinuierlich weiterentwickeln. In diesem Jahr habe man sich vorwiegend auf Sicherheitsthemen konzentriert. Dazu gehören beispielsweise der Arval-Führerschein-Check für mehr Sicherheit bei der Halterhaftung, Eco- und Sicherheitstrainings, eine Fuhrparkleiterversicherung sowie die Flotten-Flex-Versicherung, die an die Laufzeit des Leasingvertrags angepasst ist. Zudem hat sich Arval als Versicherungsvermittler eintragen lassen und kann jetzt selbst Versicherungen vermitteln.

Arval, Tochter der Bank BNP Paribas, hofft, in diesem Jahr an das Vorjahresergebnis von 325 Millionen Euro anknüpfen zu können. Beim Fahrzeuganlagevermögen ist das Unternehmen mit einem Plus von sechs Prozent auf 519 Millionen Euro (September 2006 bis September 2007) zufrieden. Das gute Ergebnis geht darauf zurück, dass die Anzahl der Fahrzeuge um 2,5 Prozent auf 36 000 Pkw gestiegen ist. Zudem sind die Autos höherwertig ausgestattet. Arval betreut Fahrzeugflotten zwischen 20 und 400 Einheiten im Full-Service-Leasing. Ein Kunde hat im Durchschnitt 78 Fahrzeuge in der Flotte. Die Kundenbeziehung zu intensivieren, ist für Wolff künftig Chefsache. Vor allem für das Segment der mittelgroßen Flotten zwischen 20 und 100 Fahrzeugen will Arval demnächst ein Dienstleistungspaket anbieten. Dieses wächst nämlich stark und ist Full-Service-Leasing gegenüber aufgeschlossen.

Arval blickt nicht bang in die Zukunft. „Herstellergebundene Anbieter haben ein anderes Geschäftsmodell als unabhängige“, erklärt Marketing-Manager Werner Fromari selbstbewusst.

Hersteller haben kein Flottengen

Während sich freie Anbieter auf das Flottenmanagement konzentrieren, steht für den Hersteller immer nur die Marke im Mittelpunkt. Daher brauchen die Hersteller Unterstützung, die sie bei den unabhängigen Profis suchen, wie die Beispiele VW und BMW zeigen: VW Leasing ist an dem unabhängigen Anbieter Leaseplan beteiligt, die BMW-Flottentochter Alphabet hat die LHS gekauft. „Den Herstellern fehlt einfach das Flottengen“, merkt Fromari an. „Und das braucht man, um heterogene Fuhrparks erfolgreich managen zu können.“ Isabella Finsterwalder

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