Fahrbericht Audi A4 Avant: Technik geladen

Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Thomas Günnel

Im Jahr 1992 hat Audi mit dem ersten A4 Avant das Segment der Premium-Kombis eröffnet. Seitdem wurden rund 2,5 Millionen Einheiten verkauft. Am 13. November startet die Markteinführung der sechsten Generation – erstmals zeitgleich mit der Limousine.

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Ab dem 13. November startet Audi mit dem neuen A4 Avant. Äußerlich ist er fast der alte geblieben – die Technik hat aber ordentlich zugelegt.
Ab dem 13. November startet Audi mit dem neuen A4 Avant. Äußerlich ist er fast der alte geblieben – die Technik hat aber ordentlich zugelegt.
(Bild: Audi)

Äußerlich wenig verändert, wurde die neue Generation von Audi A4 und A4 Avant auf vielen Technikfeldern neu entwickelt. Über allem stand die Reduzierung der CO2-Emissionen. Beispielhaft ist die Aerodynamik: Mit einem cw-Wert von 0,26 ist der A4 Avant Klassenbester. Beeindruckend sind zudem die niedrigen Emissionswerte von 99 Gramm CO2 pro Kilometer beim A4 Avant 2.0 TDI ultra. Der 2.0 TFSI mit 140 kW (190 PS) emittiert im A4 Avant ultra 114 Gramm CO2 pro Kilometer und ermöglicht einen Verbrauch von 5,0 Litern auf 100 Kilometern.

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Neues Brennverfahren

Die neue Motorengeneration nutzt ein innovatives Brennverfahren: Mit verkürzter Kompressions- und langer Expansionsphase sowie erhöhter Verdichtung ist es speziell für den Teillastbereich konzipiert, die weit überwiegende Betriebsart. Die Einlassventile schließen früher als üblich. Durch die verkürzte Kompressionsphase war es möglich, das Verdichtungsverhältnis von 9,6 auf 11,7:1 zu erhöhen. In der Kompressionsphase muss der Motor dadurch nur etwa so viel Gas verdichten wie ein 1.4 TFSI. Auch in der Expansionsphase, in der er seine zwei Liter Hubraum voll nutzt, profitiert er von dem hohen Verdichtungsverhältnis – das daraus resultierende höhere Druckniveau bei der Verbrennung steigert den Wirkungsgrad weiter.

Otto, Diesel, Hybrid und Gas

Kurz nach dem Marktstart wird der 1.4 TFSI folgen. Der kompakte Vierzylinder gibt 110 kW (150 PS) und 250 Nm Drehmoment in einem Bereich von 1.500 bis 3.500 1/min ab. In Zusammenarbeit mit der Siebenstufen S tronic beschleunigt er den Avant in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als vorläufige Topmotorisierungen sind zwei TDI-Sechszylinder mit bis zu 200 kW (272 PS) an Bord. Im Lebenszyklus werden auch ein Plug-in-Hybrid und ein g-tron-Modell, das Erdgas beziehungsweise das nachhaltig erzeugte Audi e gas tanken kann, folgen. Die vier Gastanks sind so untergebracht, dass vom Kofferraum nur sehr wenig geopfert werden musste. Zusammen mit dem 25 Liter fassenden Benzintank soll der g-tron eine maximale Reichweite von 950 Kilometern haben.

Größer und leichter

Die Abmessungen sind im Vergleich zum Vorgängermodell gewachsen, das Leergewicht ist deutlich gesunken – um bis zu 120 Kilogramm, je nach Motorisierung. Der Akustikkomfort erinnert mindestens an das A6-Segment. Alle Passagiere genießen viel Platz. Ein breites Luftausströmerband und eine große Dekorfläche gliedern die Front der Instrumententafel. Bei Dunkelheit erstrahlt auf Wunsch eine dezente Konturbeleuchtung in den Türen und der Mittelkonsole. Der Gepäckraum bietet im Grundzustand 505 Liter Stauraum. Bei umgeklappter Rücksitzlehne und dachhoher Beladung stehen 1.510 Liter Volumen zur Verfügung. Die elektrische Laderaumabdeckung und der elektrische Antrieb für die Gepäckraumklappe sind Serie. Auf Wunsch ist zudem eine Sensorsteuerung erhältlich, die das Öffnen und Schließen der Gepäckraumklappe ermöglicht.

Technische Highlights

Technische Highlights der neuen A4-Reihe sind unter anderem das Virtual cockpit, die Matrix-LED-Scheinwerfer, das smartphone interface, das Bang & Olufsen-Soundsystem mit 3D Klang, die phone box mit wireless charging, das Head-up-Display sowie neue Fahrerassistenzsysteme und Audi connect Dienste. Als Hauptbedienelement fungiert das neu konzipierte MMI in der Mittelkonsole. In die Topversion, das MMI Navigation plus mit MMI touch und großem 8,3 Zoll-Monitor, ist ein Touchpad in den Dreh/Drück-Steller integriert. Es dient zum Zoomen sowie zur Eingabe von Zeichen. Die komplette MMI-Bedienlogik orientiert sich an aktuellen Smartphone, inklusive intelligenter Freitextsuche. Die neue, natürlichere Sprachsteuerung verarbeitet auch Eingaben aus der Alltagssprache.

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Consumer Elektronic im Auto

Hinter der MMI Navigation plus steht die Rechenleistung des Modularen Infotainment-Baukastens (MIB) der zweiten Generation, mit dem Audi die Innovationen der Consumer Elektronic rasch ins Auto bringen kann. Wählt der Kunde die MMI Navigation plus, bekommt er automatisch das Hardware-Modul Audi connect, das die neuen A4 und A4 Avant per LTE-Netz mit dem Internet verbindet. Die Mitfahrer können mit ihren mobilen Endgeräten per WLAN-Hotspot surfen und mailen, der Fahrer kann die Dienste von connect nutzen. Ein neues Angebot ist das smartphone interface, das iOS- und Android-Handys in eine eigens für sie entwickelte Umgebung – im MMI – integriert. Die phone box bindet Smartphones an die Bordantenne an und lädt sie induktiv nach dem Qi-Standard. Als Rear Seat Entertainment fungiert das ebenfalls neue Audi tablet.

Sportlich und komfortabel

Auch der Antriebsstrang und das Fahrwerk wurden komplett neu entwickelt. Das Sechsgang Handschaltgetriebe, die Siebengang S tronic – jetzt auch für die Versionen mit Frontantrieb verfügbar – und die Achtstufen tiptronic sind neu konzipiert, die Automatikgetriebe bieten eine kraftstoffsparende Freilauffunktion. Die radselektive Momentensteuerung ergänzt die Arbeit des Front- und quattro Antriebs; für den stärksten TDI liefert Audi auf Wunsch ab 2016 das Sportdifferenzial an der Hinterachse. Einen großen Sprung macht die neue A4-Baureihe beim Fahrverhalten. Auf der einen Seite sportlich und performanceorientiert, gleichzeitig aber auch komfortorientiert.

Neue Fünf-Lenker-Achsen

Fahrwerk und Lenkung filtern die Störsignale wie Fahrbahnunebenheiten heraus, geben aber Informationen wie Seitenkraftaufbau und Spurhaltung an den Fahrer weiter. Basis für diesen Performance-Sprung sind die neu entwickelten Fünf-Lenker-Achsen sowie die elektromechanische Servolenkung – sie sind extrem leicht. Sie legen die Basis für das dynamische Fahrverhalten und den erstklassigen Fahrkomfort, dabei reduzieren sie gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch. Optional gibt es die Dynamiklenkung, die ihre Übersetzung je nach Geschwindigkeit und Lenkwinkel variiert, und die Fahrwerke mit Dämpferregelung, bei denen der Fahrer erstmals zwischen zwei Trimmlagen wählen kann, einer sportlichen und einer komfortorientierten. Beide Fahrwerksvarianten sind in das Fahrdynamiksystem drive select eingebunden, das ab den 140 kW (190 PS)-Motorisierungen zum Serienstandard gehört.

Umfangreiche Fahrerassistenz

Bei den Fahrerassistenzsystemen wartet der A4 Avant mit allen Funktionen auf, die im Oberklasse-SUV Q7 verbaut werden. Der Prädiktive Effizienzassistent unterstützt den Fahrer beim Kraftstoffsparen, der active lane assist unterstützt beim Halten der Spur, und die adaptive cruise control Stop&Go inklusive Stauassistent entlastet ihn im zähfließenden Verkehr. Eine Besonderheit des Stauassistenten ist seine Regelstrategie. Sie bezieht eine Vielzahl an Parametern wie Begrenzungslinie und die vorausfahrende Fahrzeug-Kolonne mit ein. Der Parkassistent, der Querverkehrassistent hinten, die Ausstiegswarnung, der Ausweichassistent und der Abbiegeassistent sowie die pre sense-Systeme sind Neuerungen, die für ein mehr an Sicherheit sorgen. Eine kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung zählt ebenfalls zum Angebot.

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Bis zum Marktstart des kleinen 1,4-TFSI-Ottomotors für 32.500 Euro Basispreis markiert ein Diesel den Avant-Einstieg. 36.900 Euro kostet der Zweiliter-Selbstzünder mit 110 kW/150 PS und maximal 320 Newtonmeter Drehmoment. Diese Version und die nochmals im Verbrauch gesenkte TDI-Ultra-Variante (37.100 Euro, 3,8 l/100 km) sind die einzigen der fünf zum Start angebotenen Modelle, die mit einem manuellen Sechsgang-, statt Automatik- oder Doppelkupplungsgetriebe angeboten werden.

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