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Abgasskandal Audi-Chef nimmt Stellung zu Vorwürfen

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Jens Scheiner

Audi-Chef Rupert Stadler hat sich nach den neuesten Enthüllungen im Abgas-Skandal an seine Mitarbeiter gewandt.

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Audi-Chef Rupert Stadler hat sich nach den neuesten Enthüllungen im Abgas-Skandal an seine Mitarbeiter gewandt.
Audi-Chef Rupert Stadler hat sich nach den neuesten Enthüllungen im Abgas-Skandal an seine Mitarbeiter gewandt.
(Foto: Audi)

In einem Brief, den die Ingolstädter Regionalzeitung „Donaukurier“ veröffentlichte, fasste der 52-Jährige seine Sicht der Dinge zusammen. Stadler war zuletzt stärker in die Kritik geraten, nachdem bekannt geworden war, dass auch in den Drei-Liter-Dieseln aus dem VW-Konzern, die von Audi gebaut werden, eine Manipulations-Software zum Einsatz kam.

„In technischen Gesprächen Ende vergangener Woche mussten unsere Motorenentwickler in den Labors der US-Behörden in Detroit einräumen: Wir haben unsere Dokumentationspflicht verletzt und drei Software-Bausteine der Motorsteuerung nicht offen gelegt“, schreibt der Audi-Chef. Eine Entschuldigung für die Vorgänge bleibt er schuldig.

Kosten im zweistelligen Millionenbereich

Er habe mit den US-Behörden vereinbart, die Software in allen betroffenen Motoren zu aktualisieren, so Stadler weiter. „Das wird uns in Summe schätzungsweise einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten. In Kürze wollen wir mit den Behörden rasche, unkomplizierte und kundenfreundliche Maßnahmen erarbeitet haben“, verspricht der Audi-Chef.

Stadler hatte bis zu den Enthüllungen um die Drei-Liter-Diesel-Aggregate als Saubermann in der Abgas-Affäre gegolten, in den letzten Tagen hatte dieses Image aber schwere Kratzer bekommen. Nach Informationen des „Bayerischen Rundfunks“ ist die Stimmung bei der Ingolstädter VW-Tochter so schlecht wie noch nie. Immer öfter kommt die Frage auf, wie viel Stadler wusste und welche Konsequenzen ihm drohen. Audi hatte zuletzt mehrfach betont, dass der Vorstandsvorsitzende keinerlei Kenntnisse von den Vorgängen gehabt habe und die Aufklärung „mit hohem Nachdruck persönlich vorantreibe“.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, habe Stadler seine Motorenentwickler mehrfach gefragt, ob die Audi-Motoren sauber seien. Die Manager hätten dies dem Bericht nach stets beteuert, als der Betrug ans Licht kam, sei Stadler „fuchsteufelswild“ geworden und in die USA geflogen, um bei den Behörden vorzusprechen.

Der Betriebswirt Stadler ist seit 2007 im Amt und gilt als enger Vertrauter von Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Auch dieser hatte nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals behauptet, nichts gewusst zu haben und legte schließlich dennoch sein Amt nieder. Erste Konsequenzen hat die Chefetage in Ingolstadt bereits gezogen: Wie Stadler dem „Donaukurier“ bestätigte, hat Audi zwei Mitarbeiter aus der technischen Entwicklung beurlaubt.

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