Markus Duesmann Audi-Chef sieht Volkswagen-Konzern in China gut aufgestellt – noch

Audi setzt voll auf die Elektromobilität: Das sagte CEO Markus Duesmann noch einmal mit Nachdruck. Wie gut sieht er den Autohersteller dabei im Vergleich zu bekannten und neuen Wettbewerbern aufgestellt?

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„Wir brauchen eine fossilfreie Gesellschaft“, fordert Audi-Chef Markus Duesmann.
„Wir brauchen eine fossilfreie Gesellschaft“, fordert Audi-Chef Markus Duesmann.
(Bild: Audi)

Mit Ausnahme von China will Audi ab 2033 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr bauen. Im Rahmen einer Panel-Diskussion beim Magazin „Spiegel“ bekräftigte Konzernchef Markus Duesmann am Freitag (3. Dezember) die Pläne der Ingolstädter. „Der Klimawandel kommt durch die fossilen Kraftstoffe, die wir aus der Erde holen. Das muss aufhören. Wir brauchen eine fossilfreie Gesellschaft“, forderte der 52-Jährige.

E-Autos seien dabei „die mit Abstand effizienteste Technologie“, erklärte der Audi-Chef. Auch an Plug-in-Hybriden will der Hersteller nicht ewig festhalten. Diese seien eine „Brückentechnologie“ und erleichterten den Einstieg ins vollelektrische Fahren. „Damit haben sie auch für die nächsten Jahre ihre Berechtigung. Trotzdem ist das Ziel, auf 100 Prozent E-Autos zu gehen. Erst dann sind wir CO2-neutral“, so Duesmann.

Wettbewerber liefern „respektable“ E-Autos

Die Konkurrenz durch Tesla und beispielsweise chinesische Anbieter fürchtet der Audi-CEO dabei offenbar nicht. „Ich bin überzeugt, dass wir – der Standort Deutschland, die deutsche Automobilindustrie und der Volkswagen Konzern – eine gute Chance haben, auch in zehn Jahren die Nummer eins zu sein“, sagte Duesmann.

Dennoch musste der Topmanager einräumen, dass die Luft für den Volkswagen-Konzern gerade in China dünner werden könnte. Zwar merkte Duesmann an: „Wir sind in China heute noch sehr gut aufgestellt und der Volkswagen Konzern ist dort Marktführer. Insofern ist mir vor der Zukunft nicht bange.“ Doch man beobachte mit großem Interesse, was dort passiere. „Denn die E-Mobilität bietet auch neuen Wettbewerbern die Chance, Autos zu zeigen, die respektabel sind“, so Duesmann weiter. Auch Volkswagen-Chef Herbert Diess hatte kürzlich im Rahmen einer Betriebsversammlung in Wolfsburg davor gewarnt, dass die Elektroautos chinesischer Anbieter immer besser würden.

„Überall wo Autos stehen, muss Ladeinfrastruktur vorhanden sein“

Immer stärker in den Fokus beim weiteren Hochlauf der Elektromobilität rückt die Ladeinfrastruktur. Auch dazu äußerte sich Duesmann. Neben den Fahrzeugen investiere der Konzern auch in jenes Feld. Beispielsweise ist Audi an Ionity beteiligt. Der Schnellladeanbieter hatte erst kürzlich angekündigt, sein Netz in den kommenden Jahren massiv ausbauen zu wollen.

Doch auch an eigenen Lösungen arbeiten die Ingolstädter. Noch im Dezember wird Audi an der Nürnberger Messe beispielsweise den ersten Audi Charging Hub eröffnen. Jenes Konzept soll Kunden Premium-Ladeerlebnisse garantieren.

„Wir können gar nicht genug tun, um eine Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, die vielleicht noch komfortabler ist als das Tanken heute“, sagte Duesmann. Er sei überzeugt, dass Politik und Wirtschaft das gemeinsam hinbekommen. Dabei formulierte der Manager auch ein klares Ziel: „Überall wo Autos stehen, muss Ladeinfrastruktur vorhanden sein.“

Elektrifizierung und autonomes Fahren bringen „natürliches Tempolimit“

Im aktuellen „Vbw-Unternehmermagazin“ äußerte sich Markus Duesmann zudem zum wiederholten Male zum Thema Tempolimit. Eine gesetzlich festgelegte Regulierung sieht der Audi-Chef skeptisch – zumindest emotional. „Ich betrachte das nicht vorhandene Tempolimit als großes Zeichen der Freiheit“, sagte er. „Insofern wäre es schade, wenn es irgendwann einmal formal zu einem Tempolimit käme, weil diese Freiheit etwas Ikonisches für Deutschland ist. Deshalb hänge ich ein bisschen daran.“

Duesmann erklärte darüber hinaus, dass die zunehmenden E-Antriebe sowieso „wie ein natürliches Tempolimit“ wirkten, da die Reichweite vom Tempo abhänge. Und auch beim autonomen Fahren gebe es automatisch Tempobegrenzungen. „Je langsamer das Auto fährt, desto einfacher ist es für die Sensorik“, merkte der Audi-Chef an. „Deshalb wird autonomes Fahren mit ziemlicher Sicherheit nicht in Geschwindigkeitsbereichen jenseits der 200 km/h stattfinden.

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