Karosserie

Audi-Design: Das Ende des Einerlei

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Wenn man mit Lichte spricht, fallen immer wieder Satzbausteine wie „ganz ehrlich“, „das kann ich ihnen versprechen“ oder „Sie werden schon sehen“. Mit jeder Minute redet er sich mehr in Rage, würde am liebsten die ganze kommende Modellpalette zeigen und die alarmgesicherten Garagen aufschließen, die hier irgendwo auf dem Gelände sein müssen. Oder wenigstens sein prall gefülltes Skizzenbuch vorzeigen, das er immer und überall dabei hat. Doch die Herren vom Werksschutz schauen streng und Lichte weiß, was er für Geheimhaltungsklauseln in seinem Vertrag unterschrieben hat.

„Prologue“ zeigt die Zukunft

Deshalb bleiben ihm nur ein paar vollmundige Sätze und ein paar dünne Skizzen, mit denen er die Zukunft von Audi in den schönsten Farben ausmalen kann. Doch weil das nicht reichen wird, um das Blatt zu wenden und die Stimmung zu ändern, setzt Lichte jetzt zu einem Befreiungsschlag an und lässt den vielen Worten endlich Taten folgen: Deshalb enthüllt er auf der LA Autoshow den Audi „Prologue“, der all seine Wünsche und Visionen für die Modelle von Morgen auf 5,10 Metern verdichtet.

Dafür hat Lichte ein Luxus-Coupé gezeichnet, neben dem der Zweitürer der S-Klasse ziemlich barock und ein Sechser BMW fast schon zierlich aussieht. Und das, obwohl der Prologue sogar einen Hauch kürzer ist als der aktuelle A8. Schon der Bug mit einem schier endlos breiten Grill, der sich ungewöhnlich flach auf die Straße duckt, macht diesen Audi endlich wieder unverwechselbar. Die Flanke ist schlank und muskulös und erinnert mit zwei scharfen Linien über den weit ausgestellten Radkästen an den Ur-Quattro.

Und das Heck ist eine echte Überraschung. Denn die Rückscheibe ist negativ gebogen, der Deckel zum Kofferraum setzt mit zwei spitzen Zungen sehr weit oben an und der Abschluss ist so stark in Fahrrichtung geneigt, dass er den ganzen Wagen förmlich anschiebt. Da muss man gar nicht wissen, welcher Motor unter der Haube steckt – und trotzdem sieht das Auto ungeheuer schnell aus.

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So schnell der Prologue auch fahren möchte und so konkret der von Lichte versprochene „Vorgeschmack auf die Zukunft von Audi“ auch sein mag – ein bisschen Geduld müssen der Designchef und mit ihm die Audi-Kunden schon noch haben. Denn zwei, drei Jahre wird es schon dauern, bis seine ersten Entwürfe tatsächlich umgesetzt sind. Deshalb muss er sich jetzt erst einmal mit den Neuauflagen von A4, A5 und Q7 anfreunden, die im nächsten Jahr kommen und von ihm allenfalls noch ganz dezent retuschiert worden sind.

Doch Trost spendet ihm der Blick auf die Studie und die Gewissheit, dass dieses Schaustück keine leere Versprechung ist. „Denn normalerweise machen wir ja erst die Showcars und leiten davon die Serienautos ab. Dabei bleibt naturgemäß immer ein bisschen was auf der Strecke“, räumt Lichte ein. „Doch diesmal waren erst die neuen Modelle da und wir haben daraus die Studie kondensiert. Deshalb wird es später auch keine Enttäuschung geben.“

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