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Showcar Audi Prologue – bei Lichte besehen

| Autor / Redakteur: Ampnet/Jeff Jablanski/Jens Meiners / Jens Scheiner

Technische Innovationen und eigenständiges Design machten Audi zu einer der führenden Premiummarken. Doch gerade bei der Optik mussten die Ingolstädter in den letzten Jahren verstärkt Kritik einstecken. Das neue Designteam um Marc Lichte gibt mit dem Prologue nun einen Ausblick auf das künftige Auftreten der Marke, das Audi auch designtechnisch wieder auf einen Spitzenplatz im Wettbewerb bringen soll.

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Audi hat auf der Los Angeles Auto Show sein Showcar namens Prologue enthüllt.
Audi hat auf der Los Angeles Auto Show sein Showcar namens Prologue enthüllt.
(Foto: Ampnet/Jeff Jablansky)

Es ist kein Jahrzehnt her, da erfuhr die Formgebung von Audi höchstes Lob. Das einst von Peter Schreyer entwickelte Kuppeldach, der unter Walter de Silva gepflegte, ikonische Single-Frame-Grill und die futuristische Lichttechnik – sie unterstrichen die Aura einer sehr innovativen und gleichzeitig designorientierten Marke.

Es traf sich günstig für Audi, dass gleichzeitig bei BMW der Ikonoklasmus eines Chris Bangle regierte, während das Daimler-Design unter Peter Pfeiffer phasenweise zwischen Konfusion und Kitsch lavierte. Schöne Autos gab es überall immer wieder einmal, doch bei Audi herrschte grundsätzlich Geschmack und Stimmigkeit.

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Doch dann begann sich die veröffentlichte Meinung zu drehen. Die mühsam erarbeitete Konsistenz wurde nunmehr als Nachteil gewertet, die phantasieloseste aller Kritiken – die Autos sähen alle gleich aus – prasselte aus Foren und Artikeln auf die Ingolstädter nieder. Und tatsächlich schien die Designer bei einigen Kernmodellen – etwa dem allzu gefälligen A4 oder dem kastenförmigen A8 – der Mut verlassen zu haben. Die als Befreiungsschlag gedachte Beförderung von Wolfgang Egger zum allmächtigen Designchef misslang; seine Formensprache, symbolisiert etwa durch das brachiale Concept Car Nanuk, wurde der Marke nicht gerecht. Unterdessen gab die Konkurrenz unter Führung der neuen Chefdesigner Gorden Wagener (Daimler) und Adrian van Hooydonk (BMW) wieder Vollgas.

Marc Lichte bringt Audi auf Kurs

Im Februar 2014 kommt es abermals zu einem Wechsel. Der heimliche Favorit und langjährige VW-Designer Marc Lichte zieht mit einer kleinen Entourage von Mitarbeitern aus seinem Wolfsburger Exterieur-Studio als neuer Chefdesigner nach Ingolstadt um. Ihm eilt der Ruf eines Kämpfers voraus, der die fundierte Diskussion mit Ingenieuren nicht scheut. Und er bringt ein eindrucksvolles Portefeuille an Entwürfen mit – vom Golf V bis hin zum aktuellen Passat.

Jetzt gibt es einen konkreten Ausblick auf Lichtes neue Audi-Linie – mit der programmatischen Bezeichnung Prologue. Das große Coupé, das wir im Umfeld der Automesse in Los Angeles auf kalifornischen Straßen bewegen durften, verweist in vielen Punkten auf die Nachfolger der Baureihen A6, A7 und A8. Um es vorwegzunehmen: Das Audi-Design ist nicht bescheidener geworden. Wohl aber raffinierter, eleganter und in der Flächenbehandlung deutlich verfeinert.

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