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Möller Bielefeld Aus für Lederproduktion

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Der Automobilzulieferer MöllerGroup stellt seine Lederproduktion in Bielefeld ein. Kunststoffteile für den Innenraum sollen für Umsatzwachstum sorgen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Bielefelder Automobilzulieferer MöllerGroup erwartet im 275. Jahr seit Unternehmensgründung einen stabilen Umsatz von rund 500 Millionen Euro. Dies werde trotz der Reduzierung der Lederproduktion gelingen, die in Bielefeld ganz eingestellt wurde, teilte das Unternehmen mit. Wegen neuer Aufträge peilt der Hersteller von Kunststoffteilen für den Innenraum von Autos sowie Konstruktionsteilen für Werkzeugmaschinenbau, Nutzfahrzeug-, Haushaltswaren- und Elektroindustrie für das Jahr 2010 rund 600 Millionen Euro Umsatz an.

Trotz teils starker Rückgänge auf dem europäischen Automarkt habe die MöllerGroup erstmals einen Großauftrag von Honda erhalten, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Auftrag werde voraussichtlich mit vier bis fünf Millionen Euro zum Jahresumsatz beitragen, kündigte Geschäftsführer Felix von Möller an. Bereits seit Ende der 90er Jahre arbeite die MöllerGroup eng mit Toyota zusammen. Weitere wichtige Kunden seien BMW, DaimlerChrysler, Peugeot, Renault/Nissan und Volkswagen. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 3100 Mitarbeiter, davon 1250 in Deutschland.

Die Ertragslage habe sich "auf einem soliden Niveau stabilisiert", hieß es. Der Standort Bielefeld sei dank höherer Jahresarbeitszeit der Beschäftigten und variabler Lohn- und Gehaltskomponenten wieder wettbewerbsfähiger. Der Automobilzulieferer hatte sich im September 2004 mit Betriebsrat und Gewerkschaft IGBCE auf ein Programm zur Sicherung der Standorte Bielefeld und Delbrück geeinigt. Unter dem Druck des Preiskampfes in der Branche baute das Unternehmen zwar 150 Stellen ab,sagte aber eine Beschäftigungsgarantie für die übrigen 850 Mitarbeiter an den Standorten bis Ende 2007 zu.

Von der Gerberei bleibe allein in Mecklenburg-Vorpommern eine kleine Produktion für Auto- und Möbelindustrie erhalten, sagte von Möller. Hauptstandorte der Gruppe sind neben Deutschland vor allem Frankreich, Spanien, die USA, England, Brasilien und die Slowakische Republik. 84 Prozent des Gruppenumsatzes stammen aus dem Automobil-Geschäft.