Suchen

Automechanika Autogas für Direkteinspritzer

| Redakteur: Dipl.-Ing. Edgar Schmidt

Ein Trend auf der Automechanika sind Autogas-Anlagen für Fahrzeuge mit Benzin-Direkteinspritzmotor. Icom, Vialle, Tartarini und Prins bieten solche Anlagen an.

Firma zum Thema

Mehr als 4.000 Autogastankstellen, eine reduzierte Energiesteuer bis 2018 und eine nahezu freie Wahl des Fahrzeugmodells: Das sind die Faktoren, die den Erfolg des Autogases als Alternativkraftstoff begründen (auch Flüssiggas oder LPG, Liquified Petroleum Gas, genannt). Viele Autofahrer ziehen es derzeit allerdings vor, ihr Fahrzeug umrüsten zu lassen, anstatt sich ein neues anzuschaffen. Nach Hochrechnungen des deutschen Verbands Flüssiggas ist die Zahl der Autogas-Fahrzeuge in Deutschland auf über 200.000 gestiegen. Und der Umrüstboom scheint nicht abzureißen, denn die Prognosen deuten eher auf einen steigenden als auf einen sinkenden Benzinpreis hin.

Ein Trend auf der Automechanika sind Autogas-Anlagen für Fahrzeuge mit Benzin-Direkteinspritzmotor. Icom, Vialle, Tartarini und Prins bieten inzwischen Anlagen für verschiedene Hersteller an.

Gunnar Adam Services (GAS) ist der Deutsche Importeur für Anlagen des niederländischen Unternehmens Prins. Dieses stellt Anlagen für Direkteinspritzer-Modelle vor, die voraussichtlich ab Oktober 2008 lieferbar sind. Die „VSI direct injection“ bringt das Autogas über separate Einblasdüsen in das Saugrohr des Motors. Um zu verhindern, dass die im Brennraum sitzenden Benzin-Einpritzdüsen im Gasbetrieb überhitzen, schaltet das System je nach Lastzustand des Motors immer wieder in den Benzinbetrieb, um die Einspritzdüsen zu kühlen.

Eine weitere Besonderheit im Angebot von GAS ist ein neues System für Ventilschutzadditive. Diese benötigen Motoren, deren Ein- und Auslassventile nicht für den Betrieb mit Autogas ausgelegt sind. Das „Valve Care“-System mischt das Additiv mittels Druckpumpe dem Kraftstoff bei. Dadurch wird der Motor in jeder Betriebssituation mit ausreichend Additiv versorgt.

Sowohl für Benzin-Direkteinspritzer von Alfa-Romeo, Mazda und Volkswagen als auch für die zusätzlich Turbo-aufgeladenen TFSI-Motoren von Audi bietet Tartarini-Deutschland Autogasanlagen an. Auch die Tartarini-Alagen müssen im Autogasbetrieb regelmäßig Benzin einspritzen, um die Einspritzdüsen zu kühlen. Erste Fahrzeuge haben mit dieser Technik laut Hans-Jürgen Saat, Technischer Leiter bei Tartarini, bereits mehr als 100.000 Kilometer zurückgelegt und laufen inzwischen problemlos.

Alles über ein Ventil

Eine Autogasanlage für bivalente Benzin-Direkteinspritzmotoren, die Autogas und Benzin über dieselben Ventile einspritzt, bietet der holländische Hersteller Icom; Deutschlandimporteure sind die Unternehmen Autogastechnik Fisahn und Gaskit. Der Vorteil: Die Anlage kann ausschließlich mit Flüssiggas betrieben werden und benötigt keine regelmäßigen Benzineinspritzungen. Die Kühlung der Einspritzdüsen übernimmt im Gasbetrieb das LPG, das flüssig in den Motor eingespritzt wird. Die Umrüstwerkstatt muss keine zusätzlichen Einspritzdüsen in den Ansaugkrümmer integrieren.

Ebenfalls auf die zusätzliche Benzineinspritzung soll laut Herstellerangaben eine neue Gasanlage von Vialle verzichten können. Wie das Icom-System spritzt auch sie das Autogas in der flüssigen Phase in den Motor ein. Allerdings nutzt der Hersteller dafür separate Düsen, die im Ansaugkrümmer sitzen. Bei ersten Testfahrten mit der Anlage kam es nicht zu einer Überhitzung der Benzin-Einspritzventile, sodass die Holländer bisher auf die Benzineinspritzung im Gasbetrieb verzichten. Es sei nach Unternehmensangaben jedoch kein Problem, das Steuergerät entsprechend umzuprogrammieren, wenn bei weiteren Tests Probleme aufträten.

Vialle unterstützt das Projekt „CO2-100 minus“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW). Hierbei wollen die Studenten ein Autogas-Fahrzeug entwickeln, das einen CO2-Ausstoß von weniger als 100 g/km hat. Insbesondere die optimale Anpassung der Anlage an den Motor soll diesen Wert ermöglichen. Den aktuellen Entwicklungsstand präsentieren die Studenten in Halle 4.1.

Icom: Agora Freigelände

Tartarini: Halle 4.0, D95

GAS/Prins: Halle 4.1, L 62

Vialle: Halle 4.1, L 72

HTW: Halle 4.1, L72A

(ID:270819)