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Zulieferer Autoliv arbeitet an neuem Bremssystem

Autor / Redakteur: Christopher Kampfmann / Jens Scheiner

Der Automobilzulieferer Autoliv arbeitet an einem neuartigen Bremsanker. Die Technik soll die Verkehrssicherheit in städtischer Umgebung revolutionieren.

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Die Vakuumbremse von Autoliv soll den Stadtverkehr sicherer machen.
Die Vakuumbremse von Autoliv soll den Stadtverkehr sicherer machen.
(Foto: Autoliv)

Um bis zu 40 Prozent soll die neue Notbremstechnik des schwedisch-amerikanischen Automobilzulieferers Autoliv den Bremsweg verringern können. Die so genannte Torricelli-Bremse ist eine Ergänzung für autonome Bremssysteme. Nach Unternehmensangaben funktioniert das System auch auf nasser und vereister Straße.

Technisch ist die Bremse mit dem autonomen Bremssystem des Fahrzeugs verbunden. Registriert das System eine Notbremsung, dann löst sich innerhalb von 0,1 Sekunden eine 0,3 Quadratmeter große Stahlplatte unter dem Auto und fällt auf die Straße. Die Platte saugt sich anschließend mit einer Anpresskraft von 15.000 Newton an der Fahrbahn fest und bringt das Fahrzeug so zum Stehen. Die Demonstration des Systems hat Autoliv in einem Videoclip festgehalten.

Späte Bremsmanöver und zu geringe Bremskraft gehören zu den häufigsten Ursachen für Unfälle. Um solche Kollisionen zukünftig zu verhindern, haben Autohersteller autonome Bremssysteme entwickelt. Diese Systeme sollen mithilfe moderner Sensortechnik Gefahren im Voraus erkennen. Unfälle lassen sich jedoch nur dann verhindern, wenn der Bremsweg entsprechend gering ist. Mit dem Einsatz der Vakuumbremse von Autoliv ließe sich die Wirksamkeit dieser Bremssysteme erhöhen.

Entwicklung weiterer Sicherheitskomponenten nötig

Das System wurde vor allem für den Einsatz in städtischer Umgebung entwickelt und ist bislang nur bis zu einem Tempo von 70 km/h aktiv. Ein Problem sei die hohe Effizienz der Bremse, so Autoliv. Um den Fahrzeuginsassen bei einer solch abrupten Bremsung den nötigen Schutz zu bieten, müssten weitere Sicherheitselemente wie etwa die Haltegurte verbessert werden. Wie lange es noch dauern wird, bis das System serienmäßig in Fahrzeugen verbaut werden könnte, darüber wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

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