Suchen

Bosch Automobilsparte 2012 weiter auf Wachstumskurs

| Redakteur: Michael Ziegler

Der Technologiekonzern und Automobilzulieferer Bosch präsentierte am Mittwoch bei seiner Bilanz-Pressekonferenz die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahrs 2011 sowie Prognosen für 2012. Im Bereich Automobil gehen die Schwaben weiterhin von guten Wachstumschancen aus.

Fertigung eines Bosch Elektromotors für Hybridfahrzeuge.
Fertigung eines Bosch Elektromotors für Hybridfahrzeuge.
(Bosch)

Die Bosch-Gruppe rechnet 2012 mit einem verlangsamten weltweiten Wirtschaftswachstum. Vor diesem Hintergrund erwarten die Schwaben in diesem Jahr ein Umsatzplus von drei bis fünf Prozent. Dies gab Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, bei der Bilanz-Pressekonferenz in der Unternehmenszentrale bei Stuttgart bekannt. „Die wirtschaftlichen Unsicherheiten bleiben hoch, auch wenn sich die Schuldenkrise in der Eurozone etwas entspannt hat“, so Fehrenbach. Im ersten Quartal 2012 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert um rund fünf Prozent. Das größte prozentuale Wachstum erzielte der Bereich Industrietechnik, gefolgt von der Kraftfahrzeugtechnik.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 ist Bosch stärker gewachsen als erwartet: Der Umsatz stieg um 9,0 Prozent auf 51,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern erreichte 2,6 Milliarden Euro, nach 3,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit blieb die Umsatzrendite mit 5,1 Prozent unterhalb des Zielkorridors. Als Gründe hierfür nannte Bosch bereits im Januar bei der Vorstellung der vorläufigen Zahlen zusätzliche Belastungen durch erhöhte Rohstoffpreise und Wechselkurseffekte. Hinzu kamen Vorleistungen für Zukunftsfelder wie die Elektromobilität oder erneuerbare Energien sowie eine Sonderabschreibung von 560 Millionen Euro im Geschäftsbereich Solar Energy.

Wachstum in der Kraftfahrzeugtechnik

Laut Bosch konnte die Marktposition aller Unternehmensbereiche 2011 weiter gestärkt werden. „Die erheblichen Anstrengungen, unsere Marktposition auch während der Finanz- und Wirtschaftskrise auszubauen, haben sich ausgezahlt“, sagte Finanzchef Dr. Stefan Asenkerschbaumer mit Blick auf die Bereichsergebnisse. Der größte Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik erwirtschaftete im vergangenen Jahr 30,4 Milliarden Euro und liegt damit 8,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Bereich erreicht ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) von 2,3 Milliarden Euro, die Umsatzrendite betrug 7,7 Prozent.

Besonders gut entwickelt sich die Nachfrage nach Produkten, die zu mehr Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort der Fahrzeuge beitragen. Dazu gehören unter anderem die Benzindirekteinspritzung, sparsame Dieselsysteme oder das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP. Zwischen 2011 und 2014 will Bosch die jährlichen Absatzzahlen seiner Systeme deutlich steigern: beim Common Rail-Dieselsystem von 7,2 auf 9,6 Millionen und bei der Benzindirekteinspritzung von 4 auf 8,6 Millionen.

Weltweit soll der Umsatz pro produziertes Fahrzeug in diesem Jahr nahezu 400 Euro erreichen, teilte das Unternehmen mit. Dieser Wert soll mit der Elektromobilität noch weiter steigen. Für dieses Zukunftsfeld wendet Bosch jährlich rund 400 Millionen Euro auf und bietet bereits fünf Motoren-Modelle, drei Inverter-Varianten für das Energiemanagement sowie Lithium-Ionen-Batteriesysteme an.

Mitarbeiterzahl weltweit gestiegen

Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung ist 2011 die weltweite Mitarbeiterzahl bis zum 1.1.2012 um 19.000 auf 302.500 gestiegen. Der größte Zuwachs fand in Europa statt. Hier kamen 9.800 Mitarbeiter hinzu, 5.200 davon in Deutschland. In Asien-Pazifik wurden 8.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. In Nord- und Südamerika konnte Bosch die Anzahl der Beschäftigten um insgesamt 1.200 steigern. Im laufenden Geschäftsjahr wird sich das langsamere Wachstumstempo auch beim Beschäftigungsausbau auswirken. Abhängig von der Geschäftsentwicklung und einschließlich neu zu konsolidierender Gesellschaften soll die Zahl der Mitarbeiter im Jahresverlauf weltweit auf etwa 315.000 steigen. Die meisten Arbeitsplätze will Bosch in der Wachstumsregion Asien-Pazifik schaffen. In Deutschland rechnet das Unternehmen nur mit einer leicht steigenden Mitarbeiterzahl.

Sieben Milliarden Euro Zukunftsinvestitionen

Mehr als vier Milliarden Euro will Bosch 2012 für Forschung und Entwicklung ausgeben sowie mehr als drei Milliarden Euro für Sachanlagen. Ende 2012 werden voraussichtlich 43.000 Forscher und Entwickler bei Bosch beschäftigt sein. Das sind rund 4.500 mehr als zu Beginn des Jahres. Davon ist jeder vierte in der Softwareentwicklung tätig. Diesen Bereich möchte Bosch besonders stärken um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die sich zum Beispiel aus den Möglichkeiten des Web 3.0 ergeben.

(ID:33417050)