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Wissenstransfer Automotive CAD-Simulation für Konzertflügel

| Redakteur: Michael Ziegler

Die Enzenauer Flügel-Manufaktur setzt auf digitale Simulationstechnik aus der Automobilindustrie, um die Akustik ihres neuen Konzertflügels zu optimieren. Dazu berechnet das Engineering-Unternehmen Tecosim am Standort Köln das Resonanzverhalten des Gussrahmens.

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In einem CAD-Modell des Konzertflügels wird jede einzelne Saite so beeinflusst, dass sie genau in den Frequenzen schwingt wie im wirklichen Instrument.
In einem CAD-Modell des Konzertflügels wird jede einzelne Saite so beeinflusst, dass sie genau in den Frequenzen schwingt wie im wirklichen Instrument.
(Foto: Tecosim)

Bei der simulatorischen Berechnung und Optimierung arbeitet die Enzenauer Flügel-Manufaktur mit dem Engineering-Unternehmen Tecosim zusammen, das eine lange Erfahrung mit Computerberechnungen für die Autoindustrie und andere Branchen hat. Für die Musikinstrumentenindustrie ist dieser Wissenstransfer ein außergewöhnlicher Schritt.

Am Standort Köln haben die Tecosim-Ingenieure dazu aus Computer-Aided-Design-Daten (CAD) ein digitales Modell des Gussrahmens samt Saiten und Übergängen zum Korpus des Flügels erstellt. „In dem Modell ist jede einzelne Saite so beeinflusst worden, dass sie genau in den Frequenzen schwingt wie im wirklichen Instrument“, sagt Projektleiter Torsten Kroschwald. Im Frühjahr 2013 laufen nun die Berechnungen und Optimierungen. Die Ingenieure messen dabei die Übertragungsantwort des Gussrahmens an den Resonanzboden, um den Klang des Instruments zu beurteilen.

Diese Zusammenarbeit ist nicht nur für die Musikinstrumentenindustrie wichtig, sagt Michael Enzenauer: „Unsere Erkenntnisse sind beispielsweise auch für die Automobilindustrie interessant, denn bei der Entwicklung neuer Automodelle geht es ebenfalls darum, Schwingungen zu kanalisieren und in einem klar definierten Teiltonbereich zu intensivieren oder zu absorbieren“. So könnten beide Branchen voneinander lernen.

An dem Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird, ist außerdem das IfG – Institut für Gießereitechnik – beteiligt.

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