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Wirtschaft Autoneum: Europageschäft auf Kurs

| Redakteur: Jens Scheiner

Autoneum hat im ersten Halbjahr 2014 Profitabilität und Ergebnis gesteigert. Ausschlaggebend dafür waren laut dem Unternehmen die operativen Verbesserungen in Europa, höhere Produktionsvolumen bei globalen Kunden in Asien und die Erhöhung der Fertigungstiefe durch die verstärkte Produktion von Ausgangsmaterialien.

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Der Autoneum-Konzerngewinn erhöhte sich von 31,3 Millionen CHF auf 40 Millionen CHF. Dies entspricht einer Gewinnmarge von 4,1 Prozent.
Der Autoneum-Konzerngewinn erhöhte sich von 31,3 Millionen CHF auf 40 Millionen CHF. Dies entspricht einer Gewinnmarge von 4,1 Prozent.
(Bild: Autoneum)

Das EBIT stieg von 55,9 Mio. CHF auf 66,8 Mio. CHF. Mit 6,8 Prozent erreichte die EBIT-Marge eine neue Bestmarke. Der Konzerngewinn erhöhte sich um 27,9 Prozent auf 40 Mio. CHF. Dementsprechend verbesserte sich der Gewinn pro Aktie von 4.27 CHF im ersten Halbjahr 2013 auf 6,19 CHF. Die Business Group Europe hat zudem mit einer EBITDA-Marge von 7,7 Prozent ein finanzielles Mittelfristziel erreicht.

Laut Unternehmensangaben wuchs die Produktion von leichten Motorfahrzeugen weltweit im ersten Halbjahr 2014 auf 44,1 Mio. Fahrzeuge. Während die Automobilproduktion in Europa, Nordamerika und Asien Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnete, war das Produktionsvolumen in der Marktregion SAMEA (Südamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Russland) rückläufig. In Lokalwährungen und bereinigt um den Verkauf der ehemaligen Tochtergesellschaft in Italien steigerte Autoneum den Nettoumsatz um 2,9 Prozent. Alle vier Business Groups steigerten den Umsatz in Lokalwährungen gegenüber der Vorjahresperiode. Aufgrund des Wegfalls des Umsatzes der italienischen Tochtergesellschaft und der Abwertung verschiedener Währungen in den Absatzmärkten verzeichnete der in Schweizer Franken konsolidierte Konzernumsatz einen Rückgang von 1.078 Mio. CHF auf 980,6 Mio. CHF (–9,0 Prozent).

Der Zulieferer steigerte das EBITDA im ersten Halbjahr 2014 auf 99,1 Mio. CHF (Vorjahresperiode 90,9 Mio. CHF). Die EBITDA-Marge stieg auf 10,1% (Vorjahresperiode 8.4%). Das EBIT verbesserte sich um 11 Mio. CHF auf 66,8 Mio. CHF. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 6,8 Prozent und einer Steigerung um 1,6 Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresperiode. Maßgeblichen Anteil an dieser positiven Entwicklung hatten operative Verbesserungen und die umgesetzten Kapazitätsanpassungen in Europa, höhere Produktionsvolumen bei globalen Kunden in Asien und die Erhöhung der Fertigungstiefe durch die verstärkte Produktion von Ausgangsmaterialien. Die Business Group Europe hat zudem mit einer EBITDA-Marge von 7,7 Prozent ein finanzielles Mittelfristziel erreicht.

Dank des verbesserten EBITs stieg der Konzerngewinn vor Steuern um 11 Mio. CHF auf 58,4 Mio. CHF. Der Konzerngewinn erhöhte sich von 31,3 Mio. CHF auf 40 Mio. CHF. Dies entspricht einer Gewinnmarge von 4,1 Prozent (Vorjahresperiode 2,9 Prozent). Die Gesamtkapitalrendite verbesserte sich von 16,6 Prozent im ersten Halbjahr 2013 auf 18,5 Prozent. Die Eigenkapitalquote, inklusive nachrangiger Darlehen, erhöhte sich auf 35,7 Prozent (Vorjahresperiode 30.5%). Gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 konnte die Nettoverschuldung um 16,7 Mio. CHF reduziert werden.

Business Groups

Die BG Europe steigerte den Nettoumsatz in Lokalwährungen und bereinigt um den Verkauf der ehemaligen Tochtergesellschaft in Italien um 2,7 Prozent. Aufgrund des Wegfalls des Umsatzes der italienischen Tochtergesellschaft zeigte der Nettoumsatz in Schweizer Franken einen Rückgang um 13,4 Prozent auf 421,7 Mio. CHF (Vorjahresperiode 487 Mio. CHF). Das EBIT verbesserte sich von 3,2 Mio. CHF auf 18,5 Mio. CHF, was einer EBIT-Marge von 4,4 Prozent entspricht (Vorjahresperiode 0,7 Prozent). Ausschlaggebend für diese Profitabilitätssteigerung waren operative Verbesserungen in allen Werken der BG Europe sowie die erfolgreich umgesetzten Kapazitätsanpassungen in Europa.

Der Nettoumsatz der BG North America erhöhte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 0,6 Prozent in Lokalwährungen. Maßgeblich für den verhaltenen Zuwachs waren niedrigere Produktionsvolumen bei Kunden und entsprechend geringere Absätze bei Autoneum sowie die noch eingeschränkte Partizipation am Marktwachstum in Mexiko. Der Nettoumsatz sank in der Konzernwährung aufgrund der Abwertung des kanadischen und des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken auf 434,4 Mio. CHF. Die EBIT-Marge der Vorjahresperiode konnte mit 9,2 Prozent gehalten werden.

Der Nettoumsatz der BG Asia verbesserte sich im ersten Halbjahr 2014 erneut und stieg um 17,7 Prozent an. In Schweizer Franken wuchs der Nettoumsatz um 10,8 Prozent auf 66,6 Mio. CHF (Vorjahresperiode 60,1 Mio. CHF). Das EBIT stieg von 6,2 Mio. CHF auf 8,9 Mio. CHF, die EBIT-Marge verbesserte sich mit 13,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 (10,3 Prozent). Ergebnissteigernd wirkten gestiegene Produktionsvolumen bei globalen Kunden und die höhere Fertigungstiefe im Asien-Hauptmarkt China. Die Produktionsvolumen japanischer Automobilhersteller in China übertrafen erstmals seit dem spannungsbedingten Absatzeinbruch 2012 das Vorkrisenniveau. Die gegenüber der Vorjahresperiode erneut rückläufige Automobilproduktion in Indien hat das Wachstum hingegen leicht gebremst.

Der in der BG SAMEA erzielte Nettoumsatz in Lokalwährungen stieg in der Berichtsperiode um 3,1 Prozent. Aufgrund der zum Teil drastischen Abwertung verschiedener Währungen in den Marktregionen Südamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Russland sank der in Schweizer Franken konsolidierte Nettoumsatz um 18 Prozent auf 60,4 Mio. CHF (Vorjahresperiode 73,7 Mio. CHF). Das EBIT sank im ersten Halbjahr 2014 auf 0,6 Mio. CHF, die EBIT-Marge lag bei einem Prozent. Das Ergebnis wurde durch reduzierte Produktionsvolumen bei Automobilherstellern im volatilen brasilianischen und argentinischen Markt sowie in Russland belastet.

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