Wirtschaft Autozulieferer ZF mit deutlichem Minus in Corona-Pandemie

Autor / Redakteur: dpa/Holger Holzer/SP-X / Thomas Günnel

ZF Friedrichshafen hat seine Jahreszahlen für 2020 vorgestellt. Das Ergebnis: ein deutlicher Umsatzeinbruch und hohe Investitionen, die auf die Bilanz drücken.

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Der Autozulieferer ZF hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 741 Millionen Euro geschrieben. Im Bild: Die ZF-Zentrale in Friedrichshafen.
Der Autozulieferer ZF hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 741 Millionen Euro geschrieben. Im Bild: Die ZF-Zentrale in Friedrichshafen.
(Bild: ZF)

Der Autozulieferer ZF hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 741 Millionen Euro geschrieben. Der Umsatz fiel um elf Prozent auf 32,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen an Donnerstag (18. März) bei der Vorstellung seines Jahresberichts mitteilte. Im Vorjahr hatte der Gewinn nach Steuern noch bei 400 Millionen Euro gelegen. Gründe für die Verluste sind demnach neben den Auswirkungen der Pandemie die Umbrüche in der Automobilbranche und weiter hohe Investitionen. Allein in der ersten Jahreshälfte sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent.

Aufgrund der Zuwächse im Bereich E-Mobilität und der guten Auftragslage blickt ZF „zuversichtlich in die Zukunft“, sagte Konzernchef Wolf-Henning Scheider. Der Umsatz solle in diesem Jahr voraussichtlich auf 37 bis 39 Millionen Euro steigen. Der Vorstand geht davon aus, im zweiten Halbjahr wieder profitabel zu arbeiten. Die Pandemie bleibe aber ein großer Unsicherheitsfaktor, sagte Scheider.

51 Prozent elektrifizierte Antriebe

Für 2030 geht ZF von einem Anteil elektrifizierter Antriebe am Neuwagenmarkt von 51 Prozent aus. In Europa rechnet das Unternehmen für diesen Zeitpunkt mit 60 Prozent Marktanteil für Plug-in-Hybride und reine E-Mobile, wie Scheider im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz erklärte. In der Folgezeit verdrängt der E-Antrieb der Prognose zufolge zunehmend den Verbrenner. 2040 liegt sein Marktanteil demnach bei weltweit 93 Prozent, 2050 bei 100 Prozent.

Der Zulieferer sieht sich für die Entwicklung gut aufgestellt. 2020 stieg der Anteil besonders zukunftsträchtiger Technologien an den Forschungs- und Entwicklungsgeldern von 46 auf 59 Prozent. Neben der E-Mobilität zählen dazu autonomes Fahren und Sicherheit. Insgesamt investierte ZF hier 2,5 Milliarden Euro. Auf Produktebene setzt der Konzern bei der E-Mobilität vor allem auf den Inverter als zentralen Baustein der Leistungselektronik. In diesem Bereich will das Unternehmen Marktführer in Europa werden. Insgesamt lag das Auftragsvolumen bei den elektrischen Antriebskomponenten bis Ende 2020 bei rund 14 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT sank von 1,5 auf 1,047 Milliarden Euro, die bereinigte EBIT-Marge ging auf 3,2 (2019: 4,1) Prozent zurück.

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