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BASF BASF verlängert Angebotsfrist für Engelhard

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Der Chemiekonzern ist bei der Übernahme des US-Katalysatorenherstellers bislang kaum vorangekommen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Chemiekonzern BASF ist bei der Übernahme des US-Katalysatorenherstellers Engelhard bislang kaum vorangekommen und verlängert die Angebotsfrist. Das Angebot an die Engelhard-Aktionäre von 37 US-Dollar je Aktie oder insgesamt 4,9 Milliarden US-Dollar gelte nun noch bis zum 3. März, teilte die BASF AG am Montag in Ludwigshafen mit. Diese Frist könne - falls erforderlich - weiter verlängert werden.

Die ursprüngliche Frist für die größte Übernahme in der BASF-Geschichte wäre am Montag (6. Februar) um 24.00 Uhr New Yorker Zeit ausgelaufen. Bis 3. Februar wurden dem Konzern den Angaben zufolge 54 896 Engelhard-Aktien angedient. Engelhard hat nach Firmenangaben allein 120 Millionen ausstehende Aktien. Damit hätte BASF etwas mehr als 0,04 Prozent davon in der Hand.

Die Engelhard-Aktie hatte am Freitag in New York bei 40,36 Dollar geschlossen, gut 3 Dollar über dem BASF-Angebot. Bei Analysten ist nun umstritten, ob die BASF ihr Angebot weiter erhöhen muss. BASF selbst hatte in Aussicht gestellt, das Angebot um einen US-Dollar je Aktie anzuheben, falls sie einen Blick in die Engelhard-Bücher werfen könnte und die Informationen einen höheren Preis rechtfertigten. In dem Angebot von 37 Dollar ist nach Darstellung der BASF bereits eine Prämie enthalten.

Dieser Preis liege deutlich über dem Jahresschlusskurs 2005 von 30,15 US-Dollar und dem Vier-Jahres-Hoch der Schlusskurse von 32,49 US-Dollar am 14. Juli 2004. Die Führungsspitze Engelhards hatte jedoch die BASF-Offerte als nicht angemessen zurückgewiesen. Das Management hat ein Angebot von deutlich mehr als 40 Dollar als Voraussetzung genannt, um BASF einen vertieften Einblick in die Bücher zu gewähren. Analysten sehen die BASF nun vor unterschiedliche Herausforderungen gestellt. Die BASF müsse ihr Angebot um zehn Prozent erhöhen, sagte ein Händler, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Sonst geht da nichts."

Er begründete dies mit den Geschäftszahlen, die Engelhard vergangene Woche vorgelegt hatte. Der US-Spezialchemie-Konzern hatte im Schlussquartal und im Gesamtjahr 2005 dank starker Nachfrage nach seinen Abgaskatalysatoren den Jahresumsatz auf 4,6 Milliarden Dollar (3,8 Mrd Euro) nach 4,1 Milliarden Dollar im Jahr 2004 gesteigert. Der Jahresgewinn stieg auf 238,2 (Vorjahr: 235,5) Millionen Dollar. Für die kommenden Jahre wurde ein starkes Gewinnwachstum erwartet. Nach Angaben eines BASF-Sprechers hatte die BASF diese Entwicklung jedoch bei ihrem Angebot von 37 Dollar berücksichtigt. Analyst Lutz Grüten von Kepler Equities sah hingegen Engelhard unter "Lieferzwang".

"Es ist ein bisschen an Engelhard, den Vorhang fallen zu lassen und sie mal in die Bücher gucken zu lassen", sagte er. "Dann wird man sehen, was andere bereit sind, zu zahlen." Er gab auch zu bedenken, dass der Kurs der Engelhard-Aktie wieder fallen könne, wenn BASF-Chef Jürgen Hambrecht die Offerte zurückziehen sollte.Die BASF hat unterdessen von den US-Wettbewerbsbehörden grünes Licht erhalten, die Offerte fortzusetzen. Weitere fusionskontrollrechtliche Anmeldungen in der Europäischen Union und einer Reihe anderer Länder, in denen der Erwerb genehmigt werden muss, seien bei den zuständigen Behörden eingereicht worden. Mit den Genehmigungen rechnet die BASF bis zum Monatsende.