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Personalie Bernhard Mattes wird neuer VDA-Präsident

| Redakteur: Svenja Gelowicz

Bernhard Mattes löst Matthias Wissman ab: Der Ex-Ford-Deutschlandchef wurde einstimmig zum neuen Präsident des VDA gewählt. Er tritt zum 1. März 2018 sein Amt an.

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Der ehemalige Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes wird neuer VDA-Chef.
Der ehemalige Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes wird neuer VDA-Chef.
(Bild: Manfred Zimmermann)

Der VDA-Vorstand hat Bernhard Mattes heute in Berlin einstimmig in das Amt gewählt. Der 61-Jährige nimmt seine Tätigkeit am 1. März 2018 auf. Mattes folgt damit auf den Autolobbyist Matthias Wissmann, der seit 2007 oberster Interessenvertreter der deutschen Autobranche ist.

Bernhard Mattes war Vorsitzender des Vorstands der Ford-Werke AG sowie ab November 2004 als Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH. Von 2002 bis 2016 war Mattes Mitglied des VDA-Vorstandes und von 2002 bis 2004 VDA-Vizepräsident.

Im vergangenen Sommer hatte es das Gerücht gegeben, Wissmann solle vorzeitig abgelöst werden. Daimler, BMW und Volkswagen widersprachen dem aber. Daimler-Chef Dieter Zetsche dankte dem früheren Bundesverkehrsminister am Dienstag und hob hervor, Wissmann habe die Interessen der Industrie glaubwürdig vertreten und ihr eine starke Stimme verliehen.

Zusammenhalt im Verband

Gleichwohl dürfte mit einem VDA-Präsidenten Mattes der Draht in die Berliner Politik länger werden. Bevor Wissmann zum Autoverband ging, saß er mehr als drei Jahrzehnte für die CDU im Bundestag und war von 1993 bis 1998 Bundesverkehrsminister.

Wie die „FAZ“ am 19. Januar in einem Beitrag berichtete, verbinde der VDA mit dem angestrebten Wechsel von Wissmann zu Mattes aber nicht nur die Frage nach der künftigen Position in Richtung Berliner Politikbetrieb. Es gehe auch um den Zusammenhalt innerhalb des Verbandes. Zuletzt hätte sich vor allem unter den Herstellern die Stimmung deutlich verschlechtert.

Grund dafür sei dem Vernehmen nach einerseits das Verhalten des VW-Konzerns in der andauernden Debatte um den Dieselantrieb. Dass Konzernchef Müller zuletzt öffentlichkeitswirksam ein Ende der Dieselsubventionen ins Spiel gebracht hatte, ärgerte die anderen Hersteller, so die FAZ. Außerdem sind da die laufenden Kartelluntersuchungen europäischer Wettbewerbsbehörden gegen BMW, Daimler sowie die VW-Marken Audi, Porsche, Volkswagen. Die OEMs sollten sich über Jahrzehnte zuungunsten des Verbrauchers in Technikfragen abgesprochen haben. Als der Kartellverdacht im vergangenen Sommer bekannt wurde, sah sich BMW jedenfalls von den vorher erfolgten Selbstanzeigen von Daimler und Volkswagen überrascht.

OEMs und Zulieferer unter einem Dach

Arndt G. Kirchhoff, VDA-Vizepräsident und Geschäftsführender Gesellschafter der Kirchhoff Gruppe, sagte: „Die Entscheidung wurde von allen drei Herstellergruppen im Vorstand und Präsidium einstimmig getroffen. Der VDA ist auch deshalb so stark, weil hier Hersteller und Zulieferer unter einem Dach vertreten sind. Dieses besondere Verhältnis kennt Herr Mattes gut, denn er war selbst viele Jahre im Verband aktiv.“

Mit Material von dpa und ampnet

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