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Borg-Warner Beru-Kauf

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Für 372 Millionen Euro übernimmt der amerikanische Automobilzulieferer Borg-Warner die Mehrheit an der Beru AG der Kapitalgesellschaft Carlyle und der Familie Birkel.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Dieseltechnik-Spezialist Beru in Ludwigsburg wird für 372 Millionen Euro vom amerikanischen Autozulieferer Borg-Warner übernommen. Verkäufer sind die Vermögensgesellschaft Carlyle Group und die Familie Birkel, wie die Unternehmen am Montag, 01.11., mitteilten. Borg-Warner Germany sicherte sich 62,21 Prozent der Beru-Aktien und die Option auf noch einmal 0,82 Prozent. Der Preis pro Papier wurde mit 59 Euro angegeben. Den außenstehenden Aktionären bietet das US-Unternehmen 67,50 Euro je Aktie. Borg-Warner will Beru als eigenständiges Unternehmen fortführen.

Eine rechtlich verbindliche Bestandsgarantie gebe es allerdings nicht, sagte Beru-Chef Marco von Maltzan. Er selbst werde an der Spitze des Unternehmens bleiben. "Ich gehe davon aus, dass ich meinen Vertrag erfülle." Sein Vertrag läuft bis Anfang 2008. Zudem kündigte von Maltzan an, dass das seit April verwaiste Vorstandsressort für Produktion und Logistik bald neu besetzt werde. Beru habe bereits einen Manager gefunden, allerdings müssten noch Details geklärt werden. Neben von Maltzan, der seit April zusätzlich die Produktion verantwortet hatte, ist Entwicklungschef Rainer Podeswa derzeit weiteres Vorstandsmitglied.

"Diese strategische Akquisition wird unsere Technologieführerschaft bei Dieselmotoren deutlich ausbauen undunsere Kompetenz bei elektronischen Motorsteuerungen und Sensoren stärken", sagte Borg-Warner Chef Timothy M. Manganello. "Mit immer schärferen Abgasnormen wird sich die Nachfrage nach leichten Dieselfahrzeugen in den nächsten Jahren weltweit beschleunigen." Beru ist ein führender Anbieter in der Dieselkaltstart-Technologie, Zündungstechnik, Elektronik sowie Sensorik und beliefert nahezu alle Automobilhersteller.

In der Dieselsparte von Beru sind 1500 Menschen beschäftigt. Die Sparte Reifendruckkontrolle werde abgespalten und weiterverkauft, hatte es geheißen. Beru hatte im Geschäftsjahr 2003/2004 (31. März) den Umsatz um 16 Prozent auf 354,5 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern legte um mehr als 30 Prozent auf 53,4 Millionen Euro zu. Insgesamt hat Beru 2700 Mitarbeiter.