Suchen

Gasfahrzeuge Bestand verdoppelt

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die anhaltend hohen Preise für Benzin und Diesel haben zu einem wahren Boom bei den Autogasfahrzeugen geführt. Nach Schätzungen des Deutschen Verband Flüssiggas (DVFG) hat sich ihr Bestand 2007 auf rund 200.000 Fahrzeuge verdoppelt.

Firmen zum Thema

Obwohl der Autogasmarkt nach wie vor hauptsächlich ein Nachrüstmarkt ist, sind die Autofahrer nicht mehr nur darauf angewiesen, ein Gebrauchtfahrzeug auf Autogas umrüsten zu lassen. Sie können inzwischen von elf Herstellern über 50 Modelle auch als Neufahrzeug wählen, die mit diesem alternativen Kraftstoff laufen.

Doch gerade die Möglichkeit der relativ günstigen Ausrüstung eines vorhandenen Fahrzeugs mit einer Autogasanlage hat den Erfolg dieses Kraftstoffs ausgemacht. Die Zahl der Neufahrzeuge, die das Kraftfahrtbundesamt (KBA) 2007 mit Flüssiggasantrieb registriert hat, ist zwar gegenüber 2006 um 28,4 Prozent gestiegen, bewegt sich mit aber mit rund 5.420 Fahrzeugen noch auf sehr niedrigem Niveau.

Verbraucherzurückhaltung bei Erdgasmodellen

Ganz anders im Markt von Erdgasfahrzeugen. Laut KBA kamen 2007 drei Prozent weniger neue Erdgasautos in Deutschland auf die Straße als noch 2006. Damit konnten die Hersteller nur rund 11.200 Pkw verkaufen.

Diese Zurückhaltung der deutschen Autokäufer hat zum Beispiel bei Fiat dazu geführt, dass das Unternehmen den Multipla in Deutschland komplett vom Markt genommen hat. Die Italiener können sich dagegen über einen guten Absatz von Erdgasfahrzeugen auf dem heimischen Markt freuen. Dafür sorgt eine umfangreiche Förderung der italienischen Regierung.

Zahlreiche Erdgasprojekte

Dass der Erdgasantrieb dennoch eine erfolgreiche Zukunft vor sich haben könnte, dafür sorgen derzeit eine ganze Reihe von Forschungsvorhaben an Universitäten, Unternehmen und Instituten. Dabei handelt es sich zum Beispiel um eine neue Tankkonstruktion des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt, die Optimierung des Antriebsstranges durch die TU Wien und ein so genanntes Nanogranulat von BASF, dass die Kapazität herkömmlicher Stahltanks um bis zu 30 Prozent erhöhen könnte.

Vorteile bei möglicher CO2-basierter Steuer

Der Gasantrieb kann aber auch noch aus einem anderen Grund künftig für Autofahrer interessanter werden. Wenn die Bundesregierung ihre Plane zu einer CO2-Besteuerung der Autos umsetzt, haben Fahrzeuge mit Gasantrieb – unabhängig von der Gassorte – durch ihren geringeren CO2-Ausstoß noch mehr Vorteile gegenüber Benzinern als bisher. Schon jetzt hat Eurotax in einer aktuellen Studie zudem festgestellt, dass sich für gebrauchte Gasfahrzeuge im Schnitt bessere Preise erzielen lassen als für vergleichbare Benziner. Dieser Vorteil dürfte dann künftig noch steigen.

(ID:248748)