Suchen

Elektronik-Architektur Billig ist nicht Low-Cost

| Redakteur: Jens Badstübner

Wie baut man die Elektronikarchitektur für ein Low-Cost-Fahrzeug? Der Engineering-Dienstleister Intedis hat die E-/E-Architekturen von insgesamt sechs Fahrzeugen verglichen.

Firmen zum Thema

Wer Low-Cost machen will, der muss auch Low-Cost denken. Nicht nur im Einkauf und der Produktion, sondern auch in der Bordnetzarchitektur“, sagt Barbara Thamm von der Würzburger Intedis GmbH & Co. KG. Thamm verantwortet beim 50:50 Hella-/Leoni-Joint-Venture das Benchmarking von Elektronikarchitekturen. Meistens zerlegt und bewertet das Unternehmen das Bordnetz im Auftrag der Automobilhersteller. Manchmal arbeitet es aber auch aus eigenem Antrieb, um Know-how aufzubauen und damit die Tür zu neuen Vorentwicklungsaufträgen aufzustoßen.

Sechs Fahrzeuge im Vergleich

Jüngstes Projekt der Elektronikspezialisten: Vergleich der Elektrik - und Elektronikarchitekturen (E-/E) von Dacia Logan, Lada 1118, Chery QQ2, Chevy Matiz, Fiat Panda sowie der plattformidentischen Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroën C1 – sämtlich Fahrzeuge unter 10.000 Euro und aus dem Low-Cost-Segment.

Wichtigstes Ergebnis der Gegenüberstellung: Abspecken alleine reicht nicht, um wirklich Low-Cost zu sein. Am besten lässt sich das am Fiat Panda erklären: Er ist rund 2.000 Euro teurer als der konsequent auf Einstiegspreis getrimmte 7.200 Euro teure Dacia Logan in der Basisversion. Hauptgrund sind die in der E-/E-Architektur vorgehaltenen Zusatzfunktionen.

Der Dacia Logan ist das einzige echte Low-Cost-Fahrzeug

So kann der Panda-Käufer in seiner Optionsliste vom Fensterheber bis zur Klimaanlage quasi jedes erdenkliche zusätzliche Komfortfeature ankreuzen. Der Preis steigt linear. Beim Logan hingegen fehlt diese Aufpreisliste komplett. Zumindest in der Basisversion: In ihr lässt sich der Logan nur optisch mit beispielsweise Zierleisten und Alufelgen aufmotzen. Zusätzlichen Komfort gibt es nur gegen einen etwa 800 Euro teuren Preissprung in die nächst höhere Ausstattungslinie.

Erst ab hier hält Dacia die nötigen Steuergeräte, Stecker und Kabel in der E-/E-Architektur vor. Klimaanlage und Fensterheber selbst sind in den 800 Euro noch nicht enthalten.

Lesen Sie in der Juni-Ausgabe von »Automobil Industrie« welche Überraschungen das Bordnetz von Low-Cost-Fahrzeugen sonst noch bereithält.

(ID:259027)