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Japan Bitkom sieht keine Lieferengpässe

| Redakteur: Bernd Otterbach

Während IHS iSuppli und der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) nach der Katastrophe in Japan, Lieferengpässe mit weitreichenden Folgen fürchten, gibt der Hightech-Verband Bitkom eine eher beruhigende Stellungnahme zu den wirtschaftlichen Folgen des Desaster ab.

Viele Werke in der Mitte und im Norden Japans sind von den Folgen der Dreifach-Katastrophe - Erdbeben, Tsunami und Reaktorbeschädigungen - betroffen. Bei den meisten ist noch unklar, wann die Arbeit wieder aufgenommen werden kann und wie lange es dauern wird, bis die Produktion wieder anläuft.

Analysten von IHS iSuppli erwarten eine verschärfte Bauteile-Knappheit. Und auch der ZVEI warnte am Mittwoch vor weltweiten Produktionsausfällen und Auswirkungen eine Vielzahl elektronikscher Erzeugnisse.

Direkte Auswirkungen halten sich in Grenzen

Aufgrund zahlreicher Anfragen hat nun auch der Hightech-Verband Bitkom zu den wirtschaftlichen Folgen des Desasters auf den Hightech-Markt Stellung genommen: Nach den ersten Berichten der Hersteller hielten sich die direkten Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis auf die Produktion von Hightech-Produkten in Grenzen. „Die Unternehmen bemühen sich, die Fertigung wieder in Gang zu bringen oder sie verlagern Produktionskapazitäten in andere Werke“, sagte Bitkom-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. „Viele der japanischen Hersteller sind global aufgestellt und produzieren auch außerhalb des Landes in der Nähe ihrer Absatzmärkte.“ Mit Lieferengpässen in Deutschland bei Geräten sei vorerst nicht zu rechnen. Noch unklar ist allerdings, wie sich die Schäden an der Infrastruktur, Stromknappheit oder gar ein nuklearer Super-GAU auswirken werden.

In Japan werden zahlreiche Komponenten wie Chips und Sensoren gefertigt. Nicht auszuschließen sei aber laut Scheer, dass es bei einzelnen Herstellern zu Engpässen bei bestimmten Teilen kommen kann. Im weltweiten Maßstab sei die Versorgung aber nicht gefährdet. Dies gelte, solange die Situation in Japan nicht weiter eskaliert.

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