Workshop Innenraum-Emissionen BMW arbeitet an neuem Emissions-Standard

Redakteur: Christian Otto

Die Sicherheit von Test-Resultaten zu verbessern, ist ein Anliegen von OEMs und Zulieferern. Dr. Dieter Holtkamp erklärte welche Methoden dafür sinnvoll sind. Das BMW als Premiumhersteller schon lange die Inneraumluftqualität verbessert, machte Dr. Wolfgang Pohl in seinem Vortrag deutlich.

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Zu den finalen Vorträgen des Workshops gehörte auch der Input von Dr. Dieter Holtkamp, der die Unsicherheit bei Testresultaten betrachtete.
Zu den finalen Vorträgen des Workshops gehörte auch der Input von Dr. Dieter Holtkamp, der die Unsicherheit bei Testresultaten betrachtete.
(Foto: Benecke-Kaliko/ Mick Ryan)

Dr. Dieter Holtkamp bereicherte auch am zweiten Workshop-Tag die Veranstaltung nochmals durch ein Referat über die Unsicherheit bei Emissions-Test-Resultaten. Die Ausführungen beziehen sich auf Ergebnisse die er zusammen mit Dr. Roland Freudenmann von Benecke-Kaliko und Dr. Michael Holzwarth von imat-uve erstellte.

Holtkamp hob hervor, dass eine kosteneffektive Emissionsreduktions-Strategie auf Testmethoden basieren muss, die so sensibel und präzise wie möglich sind. Dadurch könne man klären, ob auch kleine Änderungen der Test-Resultate innerhalb eines Optimierungsprojekts signifikant sind, oder ob die Einhaltung definierter Grenzwerte in Ordnung ist.

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Zwei Versuchsvarianten

Die Präzision der Test-Methoden wird normalerweise durch entweder multiple Tests unter identischen Bedingungen in einem Labor (Wiederholbarkeit), oder Ringversuchen von Referenzproben in verschiedenen Laboren (Reproduzierbarkeit) bestimmt. Während Ringversuche im Bausektor seit Jahren Anwendung finden, gibt es nur ein paar Präzisionsdaten im Bereich der Testmethoden zur Fahrzeuginnenraum-Luftqualiät.

In der Folge stellte er diverse Studien verschiedener Firmen wie Benecke-Kaliko und imat-uve vor und fasst die Ergebnisse zusammen. Demnach ist die gründliche Kontrolle der kompletten Messkette notwendig, um die Unsicherheit von Emissionstest-Resultaten niedrig zu halten. Ungleichmäßigkeiten bei den Emissionen innerhalb der Materialien oder Teile sind eine wesentliche Quelle für die Unsicherheit. Das ist besonders der Fall, wenn Testprobengrößen klein sind. Dr. Holtkamp hielt fest, dass auch Ringversuche sinnvoll zur Verbesserung der Testmethoden sind.

BMW schon lange aktiv

Einen letzten Höhepunkt des Workshops markierte Dr. Wolfgang Pohl von BMW China. Er blickte auf die Vorgaben zur Innenraumluftqualität von BMW und die neuen Regularien in China. Laut Pohl startete der Münchner Premiumhersteller schon 1994 mit der Regulierung der Luft-Emissionen in den Fahrzeuginnenräumen. Seit dem habe BMW viele Maßnahmen vollzogen, um die Luftqualität im Auto zu verbessern.

Der OEM misst und überwacht die Emissionen von Materialien und Teilen im gesamten Fahrzeug. Auf dieser Basis und auf Grundlage toxikologischer Daten erstellte BMW laut Pohl ein Konzept um die Grenzen der flüchtig organischen Verbindungen sowie von 70 Einzelsubstanzen für die 40 wichtigsten Interieurteile zu spezifizieren.

Stetige Weiterentwicklung

BMW nutze demnach verschiedene Methoden wie VDA 278, 275 und 270 für das Testen von Materialien und ISO 12219 für Teil- und Gesamtfahrzeugtests. In den Laboren in Deutschland und China wurden diese Methoden installiert, um alle rechtlichen Regularien global einzuhalten. In Zusammenarbeit mit den Ter-1 und Tier-2-Zulieferern arbeite der OEM laut Pohl stetig daran, die niedrigsten möglichen Innenraum-Emissionen zu haben. Der neue verbindliche Standard in China der aktuell diskutiert wird und auf dem GB/T 27630-2011 und HJ/T 400-2007 basiert, soll ebenfalls erfüllt werden. Zudem arbeite BMW eng mit der chinesischen Regierung zusammen, um einen neuen Fahrzeuginnenraum-Emissionsstandard zu kreieren, der Neufahrzeugkäufern in China eine gefahrlose Luftqualität bietet

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