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Neue Geschäftsmodelle BMW baut Venture-Einheit aus

Redakteur: Christian Otto

BMW hat schon mehrere Beteiligungen an Unternehmen mit Hilfe der Geschäftseinheit „i Ventures“ umgesetzt. Jetzt investiert der Automobilhersteller mehr Geld und operiert aus dem Silicon Valley – von dort will das Unternehmen die Beziehung zu Start-ups stärker pflegen.

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Die i-Ventures-Einheit von BMW hat sich schon an einigen Start-ups beteiligt.
Die i-Ventures-Einheit von BMW hat sich schon an einigen Start-ups beteiligt.
(Bild: BMW)

Die BMW Group baut nach eigenen Angaben das Konzept ihrer Venture-Einheit aus. Dazu setzt der OEM einen Venture-Fonds in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren auf. Das soll BMW i Ventures Investitionen in erweiterte Themenfelder, wie autonomes Fahren oder Digitalisierung, ermöglichen, und so den weiteren Zugang zu den Technologien der Zukunft sichern. BMW i Ventures wurde 2011 mit einem Kapital von zunächst 100 Millionen Dollar in New York gegründet. Nun verlagert das Unternehmen seinen Hauptsitz in das Silicon Valley, dem wichtigsten Start-up-Zentrum in den USA. Die i-Ventures-Verantwortlichen dürfen eigenständig schnelle Investitionsentscheidungen treffen und sollen damit international erfolgreiche und vielversprechende Start-ups für sich gewinnen.

Aus Sicht von BMW haben sich die Investitionen in Start-ups sowohl strategisch als auch wirtschaftlich vielversprechend entwickelt. Der Ausbau von BMW i Ventures gilt auch als Schritt, die konzerneigene konzerneigenen Strategie „Number One > Next“ umzusetzen.

Breitere Basis

„Innovationen kommen heute immer häufiger aus der Start-up Szene. Venturing erlaubt uns, dieses Potenzial schon in einer frühen Phase zu erschließen. Dazu stellen wir BMW i Ventures nun auf eine deutlich breitere Basis und werden neben unserem neuen Standort im Silicon Valley auch unser Engagement in Europa ausweiten und auf Asien ausdehnen“, sagt Peter Schwarzenbauer, Mitglied des Vorstands der BMW AG, verantwortlich für MINI, BMW Motorrad, Rolls-Royce und Aftersales.

Der Venturing-Ansatz der BMW Group basiert auf einem Austausch in zwei Richtungen: Eine Richtung lautet Outside-in. Das heißt, es handelt sich um Minderheitsbeteiligungen von BMW i Ventures in Start-ups. Das soll der BMW Group einen externen Zugang zu Innovationen ermöglichen. Bei der Richtung Inside-out unterstützt BMW i Ventures die Start-ups nicht nur finanziell, sondern bringt auch interne, nicht-monetäre Ressourcen –„Smart Capital“ – ein, zm Beispiel technische Expertise und das Netzwerk eines etablierten, globalen Players.

Neue Suchfelder für Beteiligungen

Die Leitung von BMW i Ventures übernehmen Ulrich Quay und Uwe Higgen. Sie berichten an ein Steering Board der BMW Group, das mit drei Vorständen sowie dem Leiter der Konzernplanung und Produktstrategie besetzt ist. Zudem wurde das bisherige Mandat von BMW i Ventures – nämlich Mobility Services und Elektromobilität – erweitert. Die künftigen Suchfelder konzentrieren sich auf die Bereiche „Enabling Technology and Digital Vehicle Technology“, „Mobility and Digital Services“, „Customer Experience“ und „Advanced Production Technology“.

Seit seiner Gründung hat BMW i Ventures über fünfzehn Investments in unterschiedliche mobilitätsnahe Start-ups abgeschlossen. So ist beispielsweise das in San Francisco ansässige Technologie-Start-up „RideCell“ seit 2014 über eine Minderheitsbeteiligung mit BMW i Ventures verbunden. Seit April dieses Jahres ist RideCell als Systempartner von „ReachNow“, dem Premium Car-Sharing-Service der BMW Group in den USA, verantwortlich für die IT-Plattform und alle Kundenschnittstellen, über die Reservierungen und Abrechnungen laufen.

Die jüngste Investition von BMW i Ventures in das im Silicon Valley ansässige Unternehmen „Carbon3D“ folgt bereits dem erweiterten Themenfokus der Venture-Einheit. Sie soll es der BMW Group ermöglichen, die bereits bestehende Kompetenz bei den AM-Technologien („additive manufacturing“) zu erweitern.

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