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Elektromobilität BMW erforscht Akku-Zweitverwertung

| Redakteur: Christian Otto

Zusammen mit dem Energieversorger Vattenfall studieren die Münchner das „zweite Leben“ von Hochvoltspeichern aus E-Fahrzeugen. Sie sollen unter anderem als stationäre Energiereserven beispielsweise in Schnelladestationen weiterverwendet werden.

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Alte Akkus – wie aus dem BMW i3 – sollen zukünftig ein "zweites Leben" erhalten.
Alte Akkus – wie aus dem BMW i3 – sollen zukünftig ein "zweites Leben" erhalten.
(Foto: BMW)

Die BMW Group und das Energieversorgungsunternehmen Vattenfall haben einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. In diesem Rahmen wurde ein weiteres Forschungsprojekt zur Zweitverwendung gebrauchter Hochvolt-Akkus, sogenannter „Second Life Batteries“, gestartet. BMW und Vattenfall wollen zusammen Zwischenspeicher für Schnellladestationen und Solaranlagen sowie Großspeicher zur Stabilisierung des Netzbetriebes installieren.

Dies lässt sich durch einen Verbund aus Lithium-Ionen-Batterien bewältigen. Selbst nach Ende ihres Lebenszyklus in einem Elektrofahrzeug weisen sie noch immer eine Speicherkapazität von rund 80 Prozent auf. Auch wenn sie damit den extrem hohen Anforderungen der Elektromobilität nicht mehr genügen sollten, können sie als stationäre Pufferspeicher noch über viele Jahre genutzt werden.

Weiterverwendung statt direktes Recycling

Mit Pilotprojekten in Deutschland, im US-Bundesstaat Kalifornien sowie in der chinesischen Metropole Shanghai hat der bayerische Premiumhersteller bereits Erfahrungen gesammelt. Diese haben laut Unternehmensangaben das hohe Potenzial der Hochvoltspeicher für ein „zweites Leben“ als stationäre Energiereserve bestätigt. So werden beispielsweise im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung geförderten Projekts Effizienzhaus Plus in Berlin gebrauchte Batterien aus dem Testflotten-Fahrzeug Mini E zur Pufferspeicherung von Solarenergie genutzt.

„Auf Basis der laufenden internationalen Batterieprojekte entwickelt die BMW Group eine Gesamtstrategie für den langfristigen stationären Einsatz“, kündigte Ulrich Kranz, Senior Vice President BMW i, an. Anstatt direkt dem Recycling zugeführt zu werden, könnten die Batterien mit ihrem langfristigen Nutzungspotenzial ideal für eine nachhaltige Weiterverwendung genutzt werden.

BMW ist aktuell der einzige Automobilhersteller, der gebrauchte Hochvoltspeicher aus größeren Fahrzeugflotten für die Entwicklung von „Second Life Batteries“ für Zweitverwendungs-Konzepte zur Verfügung stellen kann. Die dafür in Frage kommenden Batterien stammen aus den Modellen BMW ActiveE, MINI E und BMW i3.

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