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Wirtschaft BMW kommt stark aus dem Corona-Schock zurück

Autor / Redakteur: dpa / Jens Scheiner

BMW hat im dritten Quartal trotz der Corona-Krise mehr Gewinn gemacht als im Vorjahreszeitraum. Wesentliche Treiber sind das China-Geschäft und ein harter Sparkurs.

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BMW hat im dritten Quartal trotz der Corona-Krise mehr Gewinn gemacht als vor einem Jahr.
BMW hat im dritten Quartal trotz der Corona-Krise mehr Gewinn gemacht als vor einem Jahr.
(Bild: BMW)

Der Autobauer BMW hat im abgelaufenen Quartal trotz der Corona-Krise mehr Gewinn gemacht als vor einem Jahr. Der Überschuss kletterte um gut 17 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Vor allem der gute Lauf in China bescherte BMW über das Beteiligungsergebnis den spürbaren Gewinnanstieg. Aber auch im sonstigen Autogeschäft lief es etwas besser als gedacht.

BMW hatte bereits mitgeteilt, dass sich die Belastungen aus dem Frühjahr bei der Entwicklung der Kassenlage im dritten Quartal teils umgekehrt hätten. Zudem verschärfte das Unternehmen seinen Sparkurs und gab weniger für Investitionen aus. „Wir steuern das Tagesgeschäft eng an der regionalen Entwicklung der Nachfrage und können jederzeit auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren", sagte BMW-Chef Oliver Zipse.

China und Europa ziehen an, USA bremst

Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern, in das die China-Gewinne aus Buchhaltungsgründen nicht einbezogen werden, schnitten die Bayern mit einem Rückgang um knapp 16 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro wie erwartet ab. Im zweiten Quartal hatte BMW hier operativ noch einen deutlichen Verlust eingefahren. Der Gesamtumsatz fiel um 1,4 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von sehr starken Zahlen. Er rechnet damit, dass BMW das obere Ende der bestätigten Margenprognose in der Autosparte für das Gesamtjahr in Aussicht stellen könnte, bleibt aber vorsichtig wegen neuer Beschränkungen in der Corona-Krise.

Im dritten Quartal hat der Konzern 676.000 Autos verkauft, fast 9 Prozent mehr als im Vorjahr. In China lag die Nachfrage sogar um ein Drittel höher. In Deutschland befeuerten die Kaufprämien für Elektro- und Hybridautos die Nachfrage. In den USA dagegen lag sie weiter deutlich niedriger als vor einem Jahr.

BMW: Gesamtjahr ohne Verlust beenden

Die wichtige Kernsparte mit dem Automobilbau verzeichnete zwischen Juli und Ende September eine operative Marge (Ebit) von 6,7 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.

Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang gerechnet. BMW bestätigte die Prognose erneut wie vor einigen Wochen und peilt weiter im Gesamtjahr einen Wert zwischen 0 und 3 Prozent an. Nach neun Monaten liegt BMW nur knapp im Plus bei 0,3 Prozent.

„Wir profitieren heute beispielsweise von der strategischen Fokussierung auf das obere Luxussegment, die wir 2016 getroffen haben", sagte Finanzchef Nicolas Peter. Damals hatte noch Ex-Chef Harald Krüger den Fokus auf besonders teure Autos gerichtet.

„In der Gesamtsicht 2020 geht die BMW Group weiterhin davon aus, dass in allen wesentlichen Märkten die Nachfrage aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus und der notwendigen Eindämmungsmaßnahmen erheblich beeinträchtigt sein wird", hieß es. Das Konzernergebnis vor Steuern wird nach wie vor deutlich - das heißt um mehr als 10 Prozent - unter dem Vorjahreswert von 7,1 Milliarden Euro erwartet.

Die gute Entwicklung in China habe über die Beteiligung am dortigen Gemeinschaftsunternehmen zum Gewinnanstieg beigetragen, hieß es von BMW. Der Konzern rechnet den chinesischen Gewinn erst im Finanzergebnis hinzu, was die Vergleichbarkeit etwa mit dem Rivalen Mercedes-Benz aus dem Daimler-Konzern erschwert.

Auch die restliche Autoindustrie hatte im dritten Quartal deutliche Erholungszeichen von dem weitreichenden Produktions- und Verkaufsstopp verzeichnet. Daimler hatte den Gewinn auch dank eines ebenfalls guten Laufs in China steigern können, Volkswagen als weltgrößter Autobauer und Marktführer in China kam ebenfalls wieder besser in Tritt. Ungewiss sind allerdings mit dem jüngsten Anstieg der Infektionszahlen in Amerika und Europa die weiteren Aussichten. Auch die ungewisse Planung lastet auf den Unternehmen der Branche.

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