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Wirtschaft BMW mit überraschend guten Finanzkennzahlen

Autor / Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Nach Daimler hat nun auch BMW überraschend gute Zahlen für das dritte Quartal präsentiert. Dazu habe das Sparprogramm und eine rasche Erholung in mehreren Märkten beigetragen.

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Im dritten Quartal hatte die BMW Group konzernweit 675.680 Fahrzeuge verkauft, das waren 8,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Im dritten Quartal hatte die BMW Group konzernweit 675.680 Fahrzeuge verkauft, das waren 8,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
(Bild: BMW)

Der Münchner Autobauer BMW hat im abgelaufenen Quartal wie auch der Stuttgarter Rivale Daimler eine überraschend gute Entwicklung der finanziellen Mittel verzeichnet. Zwischen Juli und Ende September habe der Konzern im Kerngeschäft mit dem Autobau einen Zufluss von 3,07 Milliarden Euro verzeichnet, teilte BMW überraschend am Montagabend (19. Oktober) in München mit. Damit übertreffe der Konzern nach vorläufigen Daten die aktuelle Markterwartung, hieß es.

Im Vorjahreszeitraum hatte der sogenannte Free Cash Flow im Autogeschäft bei 714 Millionen Euro gelegen. Die raschere Erholung in mehreren Märkten mit einem höheren Absatzwachstum sowie die Steuerung des betriebsnotwendigen Kapitals hätten ebenso zu dem hohen Mittelzufluss beigetragen wie gesenkte Fixkosten und Investitionsausgaben.

China mit größtem Absatzplus

Im dritten Quartal hatte die BMW Group konzernweit 675.680 Fahrzeuge verkauft, das waren 8,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei der lukrativen Stammmarke waren es sogar 9,8 Prozent mehr Autos. Im größten Einzelmarkt China hatte das Absatzplus von BMW und Mini fast ein Drittel betragen. Auch in Europa lag der OEM komfortabel im Plus.

BMW bestätigte die Jahresprognose für die Ergebnisse, sprach aber von einer weiterhin hohen Unsicherheit. Für die Autosparte geht BMW von einer operativen Marge beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 0 bis 3 Prozent vom Umsatz aus.

Wichtigstes Ziel: Positiver Free Cash Flow

Was die zuletzt gute Entwicklung beim Free Cash Flow für die Ganzjahresaussichten bedeutet, will BMW mit den detaillierten Quartalszahlen am 4. November erläutern. Zuletzt hatte Finanzchef Nicolas Peter gesagt, dass der Konzern alles für einen positiven Free Cash Flow auf Jahresbasis tun werde und vor allem im vierten Quartal ein deutlich besserer Wert erreicht werden sollte als in der ersten Jahreshälfte. Diese Aussichten könnten sich nun aufgehellt haben.

Am Finanzmarkt hat die Entwicklung der Kassenlage bei den Autobauern in der Corona-Pandemie noch an Gewicht gewonnen. Die Kennzahl gibt an, wie viel Geld in die Kassen hinein- oder abfließt und wie hoch die aktuelle Finanzkraft ist. Das hat schon in normalen Zeiten oft den Ausschlag gegeben, ob die Anleger mit den Geschäftszahlen zufrieden sind oder nicht, weil von der Kassenlage auch die Fähigkeit zur Zahlung einer hohen Dividende abhängt.

In der Krise gibt der Free Cash Flow aber auch einen Hinweis darauf, wie sehr ein Unternehmen in der Lage ist, sich an besondere Situationen anzupassen. Mit dem Lockdown im Frühjahr drohte bei den Autobauern auch deshalb Ebbe in der Kasse, weil über Wochen keine Autos verkauft werden konnten, die Kosten aber zu großen Teilen weiterliefen. Die Konzerne stoppten die Produktion, legten die Abrufe von Teilen bei Zulieferern auf Eis und schickten nicht zuletzt Zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit, um die Kassen zu schonen.

In der Corona-Krise hatten die deutschen Automobilhersteller Volkswagen und Daimler im zweiten Quartal Milliardenverluste eingefahren, BMW war etwas glimpflicher davongekommen. Daimler hatte bereits vergangene Woche mitgeteilt, dass das dritte Quartal auch dank eiserner Kostendisziplin besser als erwartet verlaufen war. Der Kurs der BMW-Aktie legte in einer ersten Reaktion auf der Handelsplattform Tradegate leicht zu.

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