Wirtschaft BMW: Ohne Brexit-Vertrag werden Autos teurer

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Für in Oxford produzierte Minis würde bei einem No-Deal-Brexit in der EU genauso Zölle anfallen, wie für BMW-Fahrzeuge, die in Großbritannien verkauft werden. Diese Zusatzkosten will der Konzern durch Preiserhöhungen teilweise ausgleichen. Die Pläne dafür liegen in der Schublade.

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Minis aus Oxford werden bei einem No-Deal-Brexit teurer.
Minis aus Oxford werden bei einem No-Deal-Brexit teurer.
(Bild: BMW)

Ein No-Deal-Brexit würde BMW nach eigenen Angaben durch Zölle eine halbe Milliarde Euro kosten. Um das teilweise auszugleichen, würde der Autobauer die Preise für Minis in der EU und für BMW-Autos in Großbritannien rasch erhöhen, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter am Mittwoch in München.

Das dürfte zwar die Verkaufszahlen belasten, aber „wir würden die Preise anpassen. Die Pläne liegen in der Schublade“, sagte Peter. Ohne einen Handelsvertrag der EU mit den Briten würden ab 1. Januar 10 Prozent Zoll fällig auf Minis aus Oxford, die in der EU verkauft werden, und auf BMW aus Deutschland, die auf der Insel verkauft werden. „Das würde uns einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten.“

Die Logistik dagegen sei kein Problem, selbst wenn die Entscheidung erst kurz vor Silvester falle: Die Mini-Produktion in England werde im Januar ohne Pause weiterlaufen. „Es wird vielleicht die ersten Wochen ruckeln“, aber „die Logistikströme werden sich relativ schnell stabilisieren.“ Langfristig sei die Marke Mini „flexibel aufgestellt“, sagte der BMW-Finanzchef mit Blick auf die Produktion des Mini-Countryman ab 2023 in Leipzig und die entstehende Elektro-Mini-Fabrik in China.

Lockdown spürbar, aber nicht so stark wie im Frühjahr

Den erneuten Corona-Lockdown in Europa und den USA „spüren wir im Auftragseingang. Aber nicht in der gleichen Größenordnung wie im Frühjahr“, sagte Peter. In China, wo die Verkaufszahlen zweistellig wachsen, sehe BMW „kein Abflachen der Nachfrage“. 2021 erwarte er in ganz Asien eine weiterhin starke Entwicklung und in Europa und den USA nach den Einbrüchen im laufenden Jahr starke Wachstumsraten.

Mit dem US-Fahrdienstleister Uber liefen keine Gespräche über einen Verkauf des Taxidienstes Free Now oder einen Einstieg, sagte Peter. BMW und Daimler seien bei ihren gemeinsamen Mobilitätsdiensten offen für Partnerschaften, aber es sei nichts Größeres in Planung: „Wir sind ganz zufrieden mit der operativen Entwicklung der Your-Now-Familie“ und „konzentrieren aus auf die operative Entwicklung des Geschäfts“. In einigen europäischen Städten könne man mit Carsharing Geld verdienen.

Ausblick auf Ebit-Marge optimistischer als zuletzt

Kurz vor Jahresende wird BMW noch etwas optimistischer bei den eingeplanten Gewinnen in seiner Kernsparte. Im laufenden Jahr dürfte der Konzern im Autogeschäft „am oberen Ende, im oberen Drittel“ des Ebit-Margenausblicks von 0 bis 3 Prozent landen und „eher zwischen 2 und 3 Prozent zu liegen kommen“, sagte Peter.

Bereits rund um die Zahlen zum dritten Quartal hatten einige Analysten erwartet, dass der Dax-Konzern etwas mehr Zuversicht gewinnt - doch da blieb das Management noch vorsichtig. Im dritten Quartal hatte BMW mit Autos 6,7 Prozent operative Marge erzielt und war damit nach neun Monaten mit 0,3 Prozent bereits wieder in positives Terrain vorgestoßen. Vor allem im zweiten Quartal hatten Werksschließungen und Verkaufsstopps für Belastung gesorgt.

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