Produktion Nachhaltig verpacken: BMW setzt Pilotprojekte in der Logistik um

Von Thomas Günnel

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Beim Stichwort Recycling geht es heute meist um Rohstoffe für Fahrzeuge. In der Wertschöpfungskette gibt es aber noch einiges Potenzial, um insgesamt die Emissionen zu senken. Zum Beispiel in der Produktion.

Recycling in der Produktion: In Ladungsträgern und Verpackungen liegt Potenzial für geringere Emissionen.
Recycling in der Produktion: In Ladungsträgern und Verpackungen liegt Potenzial für geringere Emissionen.
(Bild: BMW)

Alle Komponenten eines Autos haben eines gemeinsam: Sie sind in irgendeiner Form verpackt, wenn sie das Montagewerk erreichen. Verpackungsmüll ist ein entsprechend großes Thema. Recycling auch. In den europäischen Werken von BMW bestehen Verpackungen heute häufiger aus recyceltem Material. Gemeinsam mit seinen Zulieferern setzt der Automobilhersteller dafür diverse Projekte um. Die Rezyklatquote bei Neuvergaben für Mehrwegverpackungen in der Logistik steigt so in diesem Jahr von etwa 20 auf über 35 Prozent. Zusätzlich tragen alternative nachhaltige Materialien und weniger Einwegverpackungen zu geringeren Emissionen bei. Außerdem Leichtbau-Verpackungen und geringere Transportvolumina.

Ob und was das bringt bewertet der Autohersteller mittels eines CO2-Rechners für Verpackungen. Das Ziel: Bis zum Jahr 2030 sollen die CO2-Emissionen pro Fahrzeug in der Lieferkette um 20 Prozent sinken; verglichen mit dem Basisjahr 2019.

Was bedeutet das praktisch?

In der Praxis heißt das: Rezyklat ersetzt Plastik in sogenannten EPP-Verpackungen (EPP, expandiertes Polypropylen). EPP wird als Spezialbehälter mit passender Geometrie zu den verpackten Bauteilen verwendet. Aktuell beträgt der Rezyklat-Anteil hier 25 Prozent bei neu entwickelten EPP-Verpackungen. Jährlich benötigt BMW etwa 360.000 der Behälter. Der 25-prozentige Rezyklatanteil spart demnach schon fast 280 Tonnen CO2 jährlich. Pilotversuche mit einem Rezyklatanteil von 100 Prozent laufen bereits. Sind sie erfolgreich, will BMW den Anteil ab dem Jahr 2024 bei Neuvergaben zum Standard erheben.

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Weitere 680 Tonnen CO2 lassen sich jährlich sparen, wenn Abdeckungen und sogenannte Kleinladungsträger mit einem 50-prozentigen Rezyklatanteil verwendet werden. „Der Fokus dieser Projekte liegt aktuell auf den europäischen Märkten“, beschreibt BMW in einer Mitteilung. Hier gibt es einen funktionierenden Entsorgungsmarkt und eine Recycling-Infrastruktur. Die Standorte in Mexico, den USA und China sollen aber folgen.

Geringere Transportvolumen und alternative Materialien

Transportierte Luft verursacht ebenfalls Emissionen. Zum Beispiel leere Großladungsträger. Klappbare Kunststoff-Gitterboxen mit 90 Prozent Recyclatanteil ersetzen Stahl-Boxen. Sind die Kunststoff-Boxen leer, werden sie zusammengeklappt. So benötigen sie weniger Raum und lassen sich leichter transportieren. Mit 15.000 dieser Behälter spart BMW nach eigenen Angaben etwa 3.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich.

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In weiteren Projekten erforschen die Entwickler den Einsatz biobasierter Materialien. Sie sollen die erdölbasierten Stoffe Polyethylen und Polypropylen (PE und PP) ersetzen. Außerdem im Blick: recycelte Haushaltsgeräte. Ihre Materialien eignen sich eventuell für Verpackungen. Langfristig will der Autohersteller vollständig alternative Rohstoffe nutzen; bestenfalls in einer Kreislaufwirtschaft. Die Projekte laufen unter der Strategie „iFactory“ des Herstellers. Sie beinhaltet unter dem Schlagwort „Green“ alle Aktivitäten für eine Produktion mit geringem Ressourceneinsatz.

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