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Interieurkonzepte BMW und MIT entwickeln aufblasbares Innenraum-Material

| Redakteur: Christian Otto

Die Designabteilung von BMW und das Self-Assembly Laboratory des Massachusetts Institute of Technology haben ein in 3-D-Druck produziertes, aufblasbares Material entwickelt. Es ist für künftige Innenräume gedacht und in der Form veränderbar.

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BMW und das MIT haben ein aufblasbares Material enwtickelt, das in künftigen Inneräumen zum Einsatz kommen könnte.
BMW und das MIT haben ein aufblasbares Material enwtickelt, das in künftigen Inneräumen zum Einsatz kommen könnte.
(Bild: BMW)

Die Designabteilung von BMW und das Self-Assembly Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben zusammen Technologien für aufblasbare Materialien im 3-D-Druckverfahren entwickelt. Die Materialien sollen sich selbst verformen, anpassen und ihre Gestalt verändern können.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen BMW und dem MIT begann vor zwei Jahren. Ziel war es, die Potenziale der Materialtechnologie grundlegend zu erweitern. Ergebnis der Kooperation ist laut dem Hersteller das erste Exemplar eines komplett in 3-D-Druck produzierten, aufblasbaren Materials, das in jeder Form und Größe maßgefertigt werden kann. Das Druckprodukt aus Silikon kann demnach, je nach Menge des Luftdrucks, seine Form verändern. Die pneumatische Steuerung im System sorgt laut BMW dafür, dass das gedruckte Gebilde eine Vielzahl von Formen, Funktionen und Festigkeitsstufen annimmt.

Liquid-Printing-Verfahren: Druckbare Ballons

Die BMW-Designer gehen davon aus, dass die künftige Mobilität Fahrzeuge fordert, in denen konventionelle Ansätze wie etwa Vorder- und Rücksitze kaum mehr eine Rolle spielen. „Es ist nicht mehr nötig, das Auto der Zukunft in eine bestimmte Form zu pressen. Innenräume könnten auch formbare, baukastenähnliche Strukturen annehmen“, erläutert Martina Starke, Leiterin der Bereiche BMW Brand Vision und BMW Brand Design bei der BMW Group.

Während der Zusammenarbeit gelang es den Experten des Self-Assembly Laboratory, im Liquid-Printing-Verfahren luft- und wasserdichte Objekte zu drucken. Das sind quasi maßgefertigte druckbare Ballons. Diese Technologie ermöglicht es nun laut den Partnern, komplexe Schläuche, Stränge und Kammern zu produzieren, die ihre Form selbst verändern können.

Kombination von Technologien

Skylar Tibbits, Gründer des Self-Assembly Lab, erklärt: „Wir haben einige der neuesten Technologien kombiniert, wie etwa Rapid Liquid Printing, und Techniken aus dem Gebiet der Soft-Robotik, um diese anpassbare Materialstruktur zu generieren." Früher hätte man laut Tibbits oft komplizierte, fehleranfällige elektromechanische Geräte oder aufwändige Form- und Werkzeugarbeit genutzt, um aufblasbare Materialien zu produzieren. Heute sei man dagegen in der Lage, komplizierte aufblasbare Strukturen mit unterschiedlichem Festigkeitsgrad und in beliebiger Ausführung zu drucken.

Das Projekt ist derzeit in der Ausstellung „The Future Starts Here“ im V&A in London zu sehen. Die Besucher treffen auf ein dreidimensionales dynamisches Objekt, das sowohl seine Form als auch seine Funktion verändern kann. Ausgestattet mit einem pneumatischen System, das sieben autonome Kammern beinhaltet und verschiedenste Bewegungsmuster erzeugen kann, zeigt das etwa einen Meter große Gebilde roboterähnliche Wandlungsfähigkeit.

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