E-Mobilität BMW will deutlich mehr E-Autos verkaufen – und baut seine Werke um

Von Andreas Wehner

BMW war mit dem i3 Elektro-Pionier, zögerte dann aber sehr lange mit seinem Engagement bei batterieelektrischen Fahrzeugen. Das soll sich künftig ändern.

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Oliver Zipse will beim Absatz batterieelektrische Fahrzeuge schneller vorankommen.
Oliver Zipse will beim Absatz batterieelektrische Fahrzeuge schneller vorankommen.
(Bild: BMW)

BMW will die Schlagzahl bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) erhöhen. Anders als ursprünglich geplant, erwartet der Autobauer schon vor 2030 einen Anteil von mindestens 50 Prozent batterieelektrischen Fahrzeugen an den Gesamtverkäufen. „Unser Absatz könnte dann bereits oberhalb von 1,5 Millionen BEVs pro Jahr liegen“, sagte BMW-Chef Oliver Zipse am Mittwoch (16. März). Das hänge jedoch auch davon ab, wie schnell sich die weltweite Ladeinfrastruktur entwickle.

Wesentlicher Treiber der Elektromobilität soll bei dem Autohersteller ab Mitte des Jahrzehnts eine neue, rein elektrische Modellgeneration sein, die „Neue Klasse“. Bei der neuen Fahrzeugarchitektur werde ein neuer Antrieb und eine neue Batterietechnologie zum Einsatz kommen, die einerseits günstiger und andererseits effizienter sein sollen.

Noch in diesem Jahr will BMW Details über seine neue Batterietechnologie verraten. Ob es sich dabei um Feststoffbatterien handelt, ist nicht bekannt. Zumindest ist BMW – wie andere Autobauer auch – in diesem Bereich recht aktiv und hatte sich im vergangenen Jahr an Solid Power, einem Spezialisten für diese Technologie, beteiligt.

Neues ungarische Werk produziert „Neue Klasse“

Vor allem der Produktion komme in der Transformation eine wichtige Rolle zu. Alle BMW-Werke sollen zu sogenannten i-Factories werden – digitalisierte, global vernetzte Fabriken für die Produktion kommender Elektrofahrzeuge. Das erste derartige neue Werk wird die angekündigte neue Produktionsstätte im ungarischen Debrecen sein. Der Bau startet im Juni 2022, 26 Monate später will BMW dort die ersten Vorserienmodelle der „Neuen Klasse“ produzieren.

In diesem Jahr will BMW ein neues Werk im chinesischen Shenyang am Standort Tiexi eröffnen und außerdem die Produktionsstätte im Stadtteil Dadong erweitern. Die zusätzlichen Kapazitäten sollen für den Bau weiterer Elektromodelle in China genutzt werden. Das altehrwürdige Stammwerk in München will der Autobauer bei laufender Produktion dem Wandel hin zur E-Mobilität unterziehen.

Doch auch unabhängig davon baut BMW die Produktion aus. In den USA hat der OEM jüngst ein neues Presswerk am Standort Spartanburg in Betrieb genommen. Dort sollen künftig Blechteile für die dort produzierten SUVs entstehen.

Lieferkette soll nachhaltiger werden

Auch die Lieferkette will BMW mit dem Hochlauf der E-Mobilität nachhaltiger aufstellen. Man treffe gezielte Vereinbarungen über energieintensive Vormaterialien wie Stahl und Aluminium, erklärte Zipse. Bereits jetzt hat der Konzern mit seinen Zulieferern vereinbart, bis 2030 rund 20 Millionen Tonnen CO2 gegenüber dem Jahr 2019 einsparen zu wollen.

Intern sollen die Ressorts Einkauf, Entwicklung und Produktion künftig enger zusammenarbeiten. BMW schaffe dafür mehrere Technologie-Cluster. Zu ihnen gehören „Digital“, „Antrieb“, „Fahren“ sowie „Exterieur und Interieur“. Extern sollen Partnerschaften neue Technologien sichern und das Lieferantennetzwerk breiter aufstellen.

„Wir gehen hier selektiv vor, mit wem wir zusammenarbeiten. Das kann gerade auch das innovative Start-up sein, wenn genau dort die passende Technologie entwickelt wird, die wir brauchen“, erklärte Zipse.

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