Nachhaltigkeit BMW will Lieferkette in China klimafreundlicher machen

Autor / Redakteur: dpa / Tanja Schmitt

Nicht beim Autofahren, sondern in der Herstellung der Fahrzeuge entstehen die meisten CO2-Emissionen – insbesondere bei Elektroautos. Auf seinem größten Markt in China will BMW dem nun entgegen wirken.

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Montage von Batteriesystemen bei BMW Brilliance Automotive: Die Mehrheit der CO2-Emissionen stammt aus der Lieferkette vor der Produktion.
Montage von Batteriesystemen bei BMW Brilliance Automotive: Die Mehrheit der CO2-Emissionen stammt aus der Lieferkette vor der Produktion.
(Bild: BMW)

Im Kampf gegen den Klimawandel nimmt sich BMW auf seinem größten Markt in China weitreichende Ziele zur Verringerung der Emissionen über die ganze Lieferkette vor. Wie China-Chef Jochen Goller am Donnerstag (3. Juni) auf einem Spitzentreffen des Münchner Autobauers zu Nachhaltigkeit in Peking ankündigte, will BMW den CO2-Ausstoß zusammen mit den chinesischen Zulieferern über die ganze Beschaffungskette bis 2030 um 20 Prozent im Vergleich zu 2019 reduzieren.

„Wir müssen auf die gesamte Wertschöpfung schauen“, sagte Goller am Rande der Konferenz der Deutschen Presse-Agentur. Die „Mehrheit der Emissionen“ stamme aus der Lieferkette vor der Produktion. „Viele Leute glauben, dass die größte Emissionsquelle das Auto ist. Aber über den ganzen Kreislauf betrachtet, hinterlässt die Lieferkette den größten CO2-Fußabdruck.“

20 Prozent weniger Kohlendioxid bis 2030

Das 20-Prozent-Ziel gilt nach Darstellung von Goller als ehrgeizig, weil durch die Wende zur Elektromobilität und Umstellung auf die Produktion von Batterien eigentlich ein Zuwachs um 40 Prozent erwartet wird, wenn nichts getan würde. „Erstens wollen wir diesen Zuwachs nicht akzeptieren, zweitens wollen wir darunter gehen.“ Der Betrieb der BMW-Werke in China soll bis Ende des Jahres kohlendioxidneutral werden. Auch soll der CO2-Ausstoß in der eigenen Produktion bis 2030 um 80 Prozent verringert werden, kündigte Goller auf dem Treffen an, an dem hohe chinesische Umweltvertreter und Kooperationspartner wie der Batteriehersteller CATL und der staatliche Stromversorger State Grid teilnahmen.

Als bevölkerungsreichstes Land ist China auch der größte CO2-Produzent, will aber bis 2060 kohlendioxidneutral werden. Das bedeutet, dass kein Kohlendioxid ausgestoßen wird oder die Kohlendioxid-Emissionen vollständig kompensiert werden. Chinas Ausstoß soll auch vor 2030 seinen Höhepunkt erreichen, wofür eine Transformation der zweitgrößten Volkswirtschaft eingeleitet werden muss.

Jeder dritte BMW geht nach China

So forciert China die Nutzung von Elektrofahrzeugen, deren Absatz auf dem weltgrößten Automarkt rasant steigt. Die BMW Group will bis 2023 zwölf vollelektrische Modelle in allen Segmenten der Marken BMW und Mini in China auf den Markt bringen. E-Autos sollen dann rund ein Viertel des gesamten Absatzes in China ausmachen. „Wir sind ziemlich optimistisch, was batteriebetriebene Autos angeht.

Der Gesamtmarkt in China, wo BMW jedes dritte Auto weltweit verkauft, entwickelt sich in diesem Jahr schon ziemlich stark. Für die Premiumautos erwartet Goller einen Zuwachs um möglicherweise rund zehn Prozent. Doch der Markt für Autos mit alternativen Antrieben werde „noch bedeutend schneller“ wachsen. Bis Jahresende wird BMW über eine Handy-App rund 360.000 Ladestationen verschiedener Partner in China bündeln. Mit der App kann man die Stationen finden und den Strom bezahlen.

Verkaufsprognose: rund eine Million E-Autos

Global will BMW bis Ende dieses Jahres insgesamt rund eine Million Autos mit alternativen Antrieben verkauft haben. In China waren es über die vergangenen Jahre bisher rund 100.000 Einheiten. Bis 2025 strebt BMW weltweit den Absatz von dann insgesamt zwei Millionen E-Autos an – bis 2030 sollen es zusammen etwa zehn Millionen werden.

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