Schmelzoxidelektrolyse BMW will Stahl CO2-frei herstellen

| Aktualisiert am 12.03.2021Autor / Redakteur: dpa / Tanja Schmitt

Elektrizität statt Kohle: BMW will mit einem neuen Verfahren den Kohlendioxid-Ausstoß bei der Stahlproduktion senken.

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BMW will künftig bei der Stahlproduktion weniger CO2 emittieren.
BMW will künftig bei der Stahlproduktion weniger CO2 emittieren.
(Bild: Nicolai Schneider/BMW)

BMW will den Kohlendioxid-Ausstoß bei der Stahlherstellung für seine Autos in den nächsten zehn Jahren um zwei Millionen Tonnen senken. Dafür investiert der Autokonzern in ein Verfahren zur CO2-freien Stahlproduktion, das das junge US-Unternehmen Boston Metal entwickelt hat.

Einkaufsvorstand Andreas Wendt sagte am Freitag (12. März), Stahl werde auch künftig zu den wichtigsten Werkstoffen im Autobau gehören. Er gehöre aber zu den Rohstoffen und Komponenten mit den höchsten CO2-Emissionen in der Herstellung. BMW verarbeite in Europa mehr als eine halbe Million Tonnen Stahl pro Jahr. Aber „im Jahr 2030 sollen die CO2-Emissionen rund zwei Millionen Tonnen unter dem heutigen Wert liegen“.

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Elektrizität statt Kohle

Bei der herkömmlichen Herstellung von Stahl mit Kohle entsteht in den Hochöfen Kohlendioxid. Boston Metal verwendet Elektrizität, um mittels der sogenannten Schmelzoxidelektrolyse Roheisen herzustellen, das dann zu Stahl verarbeitet wird. Mit elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen wäre diese Form der Stahlproduktion CO2-frei. Boston Metal will in den kommenden Jahren Demonstrationsanlagen aufbauen, um das Verfahren für die Stahlproduktion im industriellen Maßstab zu wettbewerbsfähigen Kosten weiterzuentwickeln. BMW investiert eine nicht genannte Summe in das Gründerunternehmen.

Mehr Recycling

Außerdem will der Automobilhersteller mehr recycelte Rohstoffe verwenden, sogenanntes Sekundärmaterial. Das umfasst sämtliche Stahlabfälle, die in den Presswerken etwa beim Ausstanzen der Türen entstehen. Sie gelangen entweder in den Produktionskreislauf zurück oder werden an den Stahlhersteller zurückgeschickt, der daraus neuen Stahl produziert. Im Vergleich zu neuem Stahl, fallen bei recyceltem Stahl deutlich weniger CO2-Emissionen an.

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