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Powertrain Borg-Warner setzt BMW-Motoren unter Druck

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jens Scheiner

Mehr Turbos pro Motor gab es noch nie: Ein hochkomplexes Aufladesystem pusht den Sechszylinder-Diesel im BMW 7er auf nicht weniger als 400 PS.

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Vier Turbolader an einem Motor – da wird die Fehlersuche kompliziert.
Vier Turbolader an einem Motor – da wird die Fehlersuche kompliziert.
(Bild: Borg-Warner )

Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch sehr viele Turbolader. Das denkt sich jedenfalls BMW und verwendet für seinen Spitzendiesel ein Aufladesystem von Borg-Warner mit nicht weniger als vier Turbos. Während das konventionelle R2S-System von Borg-Warner mit zwei Turboladern ausgestattet ist (jeweils einem für die Nieder- bzw. Hochdruckstufe), besitzt diese Variante gleich vier. Zwei kleinere Turbolader arbeiten in der Niederdruckstufe. Auf diese Weise verringert sich die Turbinenträgheit, und das Ansprechverhalten verbessert sich. Im unteren Drehzahlbereich erzeugt ein Hochdruckturbolader schnell Ladedruck für eine rasche Beschleunigung ohne merkliches Turboloch. Bei höheren Durchflussraten arbeiten beide Hochdruckturbinen, um die Kapazität weiter zu steigern.

So ermöglicht das System eine kontinuierliche Leistungsabgabe über das gesamte Drehzahlspektrum hinweg. Gleichzeitig verbessert es die Kraftstoffeffizienz im Vergleich zum Vorgängermotor um bis zu vier Prozent, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Reihensechszylinder-Dieselmotor mit nur drei Litern Hubraum bringt es auf eine Leistung von 294 kW/400 PS und zu einem maximalen Drehmoment von 760 Newtonmetern. Das sind Werte, für die andere Hersteller einen Achtzylindermotor mit vier Litern Hubraum verwenden.

Zwei VTG-Lader in Reihe geschaltet

Auch die „nur“ 235 kW/320 PS starke Version des BMW-Dieselmotors wird von einem zweistufigen R2S-Aufladungssystem von Borg-Warner mit Ladedruck versorgt. Es besteht aus zwei in Reihe geschalteten VTG-Turboladern mit elektrischer Betätigung. Ein kleiner Hochdruckturbolader stellt im unteren Drehzahlbereich den Löwenanteil des Ladedrucks. Mit steigenden Motordrehzahlen übernimmt ein größerer Niederdruckturbolader die Arbeit. Indem es auch für die Niederdruckstufe einen VTG-Turbolader nutzt, verbessert das System das Ansprechverhalten und minimiert das Turboloch.

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