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Automobilhersteller Borgward-Eigner sucht nach Investoren

| Autor: Christian Otto

Mit chinesischem Geld wurde die Marke Borgward wiederbelebt. Doch der Neustart scheint aufgrund finanzieller Engpässe des Eigners Foton zu stocken. Medien berichten sogar über einen geplanten Komplettverkauf.

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Die Serienproduktion von Borgward-Modellen ist ab 2019 in Bremen geplant. Nun scheint dem Eigner Foton das Geld auszugehen.
Die Serienproduktion von Borgward-Modellen ist ab 2019 in Bremen geplant. Nun scheint dem Eigner Foton das Geld auszugehen.
(Bild: Borgward)

Sollte die Wiederbelebung der Traditionsmarke Borgward jetzt schon ins Stocken kommen? Auf der IAA präsentierte sich der OEM noch sehr selbstbewusst und äußerte sogar Expansionspläne. Finanziert werden sollen diese durch das Geld des chinesischen Eigners und Lkw-Herstellers Foton. Allerdings deutet sich seit letzter Woche an, dass das finanzielle Polster von Foton überschaubar ist. Darüber berichtete unter anderem die Bremer Tageszeitung „Weser-Kurier“ und bezog sich dabei wiederum auf Aussagen der chinesischen Tageszeitung „China Daily“.

Das chinesische Blatt geht sogar davon aus, dass Foton die deutsche Tochter komplett verkaufen muss. Klar ist, dass Foton nach weiteren Investoren sucht. Das hatte das Unternehmen auch in einer Ad-Hoc-Mitteilung kommuniziert. Ob es dabei um einen Komplettverkauf gehe, bleibt unklar. Dies wiederum erwarten laut „China Daily“ verschiedene Analysten, denn der Lkw-Hersteller habe sich mit dem Borgward-Engagement finanziell verhoben. Allein Fotons Bilanzgewinn ist demnach in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40 Prozent auf umgerechnet knapp 18 Millionen Euro gesunken.

Werksfläche noch nicht verkauft

Einen möglichen Investor nennt die „China Daily“ mit der Baoneng Group ebenfalls. Die Gruppe gehört dem chinesischen Multimilliardär Yao Zhenhua. Zu Baoneng gehört schon ein Unternehmen, das Autoteile und Motoren herstellt. Dazu zählen auch Motoren mit Elektroantrieb.

Dass es bei Borgward Probleme geben könnte, machen Beobachter auch an dem immer noch nicht vollzogenen Verkauf des 140.000 Quadratmeter großen Geländes beim Bremer Güterverkehrszentrum (GVZ) fest. Für dieses sollte bis Jahresende der Kaufvertrag durch Foton unterschrieben werden. Das war laut der Absichtserklärung vom April vorgesehen. Der Termin ist aber bereits verstrichen. Im GVZ wollen die Chinesen ab dem Jahr 2018 eine Fertigung, Teststrecke und Auslieferungs-Station aufbauen.

Im geplanten Bremer Werk sollen ab 2019 rein elektrisch angetriebene sowie Plug-in-Hybrid-Modelle vom Band rollen. Borgward kündigte ein Produktionsvolumen von bis zu 50.000 Fahrzeugen pro Jahr an. Momentan halte der OEM laut Informationen des „Weser Kurier“ aber am Produktionsstart für die Autos in Bremen fest.

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Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, AUTOMOBIL INDUSTRIE