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Bosch Bosch entdeckt Oldtimer-Markt

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Bosch steigt mit dem neuen Geschäftsbereich "Bosch Automotive Tradition" in das Oldtimer-Ersatzteil-Geschäft ein.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Bosch steigt mit dem neuen Geschäftsbereich "Bosch Automotive Tradition" in das Oldtimer-Ersatzteil-Geschäft ein. Mittelfristig erhoffe sich das Unternehmen daraus "Umsätze in zweistelliger Millionenhöhe", teilte die Robert Bosch GmbH am Mittwoch, 02.11., mit. Den Schwerpunkt bildeten die großen europäischen Oldtimermärkte Deutschland, England, Frankreich und Italien.

"Derzeit führen wir weltweit unsere alten Teilebestände und historischen Informationen zusammen. So machen wir auch Jahrzehnte alte Ersatzteil-Bestände aus aller Welt für unsere Kunden nutzbar und ermöglichen die Nachfertigung alter Teile", sagte Wolfgang Chur, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Darüber hinaus werde Bosch die Werkstätten und Classic-Fans künftig professionell bei Fragen zu Wartung und Reparatur von Oldtimern unterstützen, etwa über die zentrale Bosch Automotive Aftermarket Hotline und durch einen eigenen Internet-Auftritt vom kommenden Frühjahr an.

Daneben mache Bosch Literatur zugänglich wie Reparaturhinweise oder Ausrüstungslisten. Historische Fahrzeuge erfreuen sich seit einigen Jahren stark wachsender Beliebtheit. Entsprechend nimmt das Interesse an Original-Ersatzteilen und Dienstleistungen zu. "Bosch sieht auf diesem Gebiet in den kommenden Jahren ein großes wirtschaftliches Potenzial, vor allem in den wichtigen europäischen Oldtimermärkten Deutschland, England, Frankreich und Italien", so Wolfgang Chur.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt stieg in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Youngtimer – Kraftfahrzeuge, die mindestens 20 Jahre alt sind – um 75 Prozent und die der Oldtimer–Automobile, die 30 Jahre oder älter sind – um fast 250 Prozent. "Schätzungen zufolge investiert der deutsche Young- und Oldtimer-Besitzer durchschnittlich 1000 Euro im Jahr allein für Ersatzteile", so Wolfgang Chur weiter. In Deutschland sind mehr als 700.000 Autos zugelassen, die älter als zwanzig Jahre sind. Für historische Fahrzeuge interessieren sich insgesamt in Deutschland etwa 15 Millionen Menschen, so eine Studie des Allensbach-Instituts. Davon bezeichnen sich zwei Millionen als Experten.