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Produktion/Logistik Bosch erhält VDA Logistik Award

| Redakteur: Thomas Günnel

Bosch hat im Februar dieses Jahres den Logistik Award des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA) erhalten. Der Zulieferer erhält den Preis für die vollständige Digitalisierung von physischen Warenströmen.

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Bosch hat den VDA Logistik Award für die virtuelle Abbildung von Lieferketten erhalten. Der Preis wurde verliehen für die vollständige Digitalisierung von physischen Warenströmen.
Bosch hat den VDA Logistik Award für die virtuelle Abbildung von Lieferketten erhalten. Der Preis wurde verliehen für die vollständige Digitalisierung von physischen Warenströmen.
(Foto: Bosch)

Diese digitalisierten Warenströme sind nun in Echtzeit in intelligenten Softwaresystemen virtuell abbildbar. Die Auswertung der so gewonnen Daten hilft bei der Steuerung und weiteren Verbesserung der Abläufe. Einer der wesentlichen Erfolge des Projektes ist der unternehmensübergreifende Datenaustausch. Standardisierte Daten lassen sich einfach und in Echtzeit über Unternehmensgrenzen hinweg austauschen und teilen. „Zulieferer und Kunden öffnen und verknüpfen ihre Prozesse für- und miteinander. Die Vision der Datendurchlässigkeit in der industriellen Lieferkette wird so Realität. Es entstehen effiziente, flexible und ressourcenschonende Produktions- und Logistiknetzwerke“, sagte Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, bei der Preisverleihung in Frankfurt am Main. In der Pilotanwendung bei Bosch im saarländischen Homburg stieg etwa die Effizienz der Logistik um rund zehn Prozent.

Datenaustausch mittels RFID

Der bei Bosch erstmals durchgängig umgesetzte standardisierte Datenaustausch baut auf den Ergebnissen des RAN-Forschungsprojekts (RFID-based Automotive Network) auf. In diesem Projekt wurden neue Steuerungskonzepte für Netzwerke der Automobilindustrie entwickelt. Neue IT-Techniken ermöglichen es, physische Produktions- und Logistikprozesse sowie Warenströme zu virtualisieren. Dies geschieht durch die automatisierte Erhebung von Zustandsdaten von Produkten oder Transportbehältern während der Produktions- und Logistikprozesse. Technisches Hilfsmittel ist dabei etwa die RFID-Technologie. Früher wurde der physische Warenfluss zeitversetzt mit viel Aufwand händisch in ein IT-System übertragen. Die Fehleranfälligkeit war hoch und die Daten nie aktuell. Der Informationsfluss lief asynchron zum Warenfluss.

Daten, Wissen, Nutzen

Die zahlreichen, stets aktuellen Daten lassen sich mittels Software auswerten. Bosch-Projektleiter Andreas Müller verdeutlicht die Vorteile der modernen Abläufe: „Der Produktionsprozess optimiert sich selbst. Neue Daten führen zu neuen Erkenntnissen. Neue Erkenntnisse führen zur Verbesserung des Systems. Das nun verbesserte System führt wiederum zu neuen Daten. Aus Daten wird Wissen, aus Wissen wird Nutzen. Der Verbesserungskreislauf ist geschlossen.“ Mittels der Standardisierung von Datenströmen über Unternehmensgrenzen hinweg, ist es möglich, weitere Geschäftspartner wie Kunden und Zulieferer in die Prozessoptimierung einzubeziehen.

„Vernetzte und damit intelligente Produktion und Logistik rücken ein Stück näher, wenn Material- und Informationsflüsse durchgängig über Unternehmensgrenzen hinweg gestaltet werden können. Bosch gelingt es mit seinen Partnern damit, die Vision des Supply Chain Managements umzusetzen“, begründete Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Stölzle von der Universität St. Gallen das Urteil des Expertengremiums. Im Pilotprojekt zum Beispiel arbeitet Bosch mit einem Motorenhersteller und einem Lieferanten von Mehrwegbehältern zusammen. Laut Unternehmensaussage arbeitet Bosch aktuell an der Verbreitung der Anwendung an eigenen Fertigungsstandorten weltweit und der Umsetzung mit weiteren Partnern. Zudem werde der technische Hintergrund weiterentwickelt.

Über den VDA Logistik Award

Der VDA Logistik Award wurde in diesem Jahr zum siebten Mal verliehen. Mit dem Award ausgezeichnet werden Unternehmen, die mit ihren Logistiklösungen Vorbild für andere Unternehmen der Automobilindustrie sind. Schwerpunkt der Bewertung ist die Wirtschaftlichkeit der umgesetzten Lösungen. Sie sollen einen Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie leisten. Die Jury besteht aus je einem Vertreter der Wissenschaft, eines OEMs, eines Zulieferers, der Fachpresse, eines Logistikverbandes und dem VDA.

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