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Bosch Bosch-Problem: Lösung in Sicht

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Der weltgrößte Autozulieferer Bosch will das Problem einer fehlerhaften Dieseleinspritzpumpe nach eigenen Angaben noch in dieser Woche beheben.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Automarken Mercedes-Benz und BMW sind am stärksten von den fehlerhaften Diesel-Einspritzpumpen von Bosch betroffen. DaimlerChrysler gab am Dienstag, 01.02., in Stuttgart bekannt, dass am kommenden Montag und Dienstag (7. und 8. Februar) im Mercedes-Werk Sindelfingen die Produktion gestoppt wird. BMW hat bereits angekündigt, den im Werk Dingolfing geplanten zweitägigen Produktionsstopp über Fasching auf fünf Tage zu verlängern. In anderen deutschen Automobilwerken ist derzeit kein Stillstand wegen der fehlerhaften Dieselpumpen geplant.

Beschichtung löst sich Die Robert Bosch GmbH erwartet inzwischen nach intensiven Tests eine "zügige Lösung" des Problems. Sollten bis zum morgigen Mittwoch bei den Tests keine Mängel mehr auftreten, könne die Belieferung der Automobilkunden am selben Tag wieder aufgenommen werden, heißt es in einem Brief der Bosch-Geschäftsführung. Eine Sprecherin von Bosch bestätigte, dass die Tests auf der Grundlage einer neuen Beschichtung bei den Hochdruck-Dieselpumpen vorgenommen wurden. Weitere Angaben machte Bosch nicht. Die Probleme sollen durch einen Zulieferer entstanden sein. DieDiesel-Einspritzpumpen fallen bei starker Dauerbelastung angeblich aus, weil sich die Beschichtung bei starker Hitze löst. In Sindelfingen werden pro Tag 2.000 Wagen der C-, E- und S-Klasse gefertigt. Mercedes hatte bisher wegen der Probleme mit den Dieselpumpen den Bau von Benzinmodellen vorgezogen. Bei BMW dürften nach Angaben des Werks durch den Produktionsstopp rund 3.600 Autos nicht gebaut werden. BMW-Chef Helmut Panke hat das Problem mit den Diesel-Einspritzpumpen als "unschön, aber kein Drama" bezeichnet. Der Produktionsausfall sei nachholbar.

Kein Produktionsstopp bei anderen AutoherstellernDie VW-Tochter Audi ist nur in geringem Umfang von den fehlerhaften Dieselpumpen betroffen. Diese würden nur in zwei Motorentypen mit geringer Stückzahl eingebaut. Bei Opel werden die Bosch Einspritzpumpen nur bei manchen Motoren eingebaut. "Wir sind aber nicht in dem Maß betroffen, wie einige andere," sagte ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim. VW hat nach eigener Darstellung keine Probleme, zwar hätten die drei-Liter-TDI-Modelle vom Touareg und Phaeton entsprechende Pumpen. Einen Produktionsstopp gebe es aber nicht. BMW will wegen der Probleme mit den Dieselpumpen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen. Ein Sprecher der DaimlerChrysler AG erklärte, dass bei der nächsten Inspektion in der Werkstatt die Autos genau auf dieses Problem hin geprüft würden.

Regress unklarZum Thema Regress-Ansprüche wollte sich am Dienstag noch keiner der Betroffenen äußern. Die Behebung des Fehlers stehe im Augenblick im Vordergrund. Je länger Bosch nicht liefern könne, desto gravierender seien die Auswirkungen bei den Abnehmern. Deshalb konnten am Dienstag auch die betroffenen Automobilunternehmen noch nicht eindeutig sagen, wie es in der kommenden Woche bei der Produktion von Dieseln weitergehen werde.