Ukraine-Krieg Bosch schränkt Russlandgeschäft massiv ein

Quelle: dpa

Zu Beginn der Woche hatten ukrainische Politiker beklagt, russisches Kriegsgerät enthalte auch deutsche Fahrzeugteile von verschiedenen Herstellern. Darauf hat Bosch nun sehr klar reagiert.

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Der Панцирь-С1 (Pantsir-S1) ist ein kombiniertes Boden-Luft-Raketen- und Flugabwehrartillerie-Waffensystem mit kurzer bis mittlerer Reichweite.
Der Панцирь-С1 (Pantsir-S1) ist ein kombiniertes Boden-Luft-Raketen- und Flugabwehrartillerie-Waffensystem mit kurzer bis mittlerer Reichweite.
(Bild: Pantsir-S1 / Dmitry Terekhov / CC BY-SA 2.0)

Angesichts des Ukraine-Krieges hat der Zulieferer Bosch sein Russlandgeschäft massiv eingeschränkt. Das betreffe sowohl Lieferungen in das Land als auch die dortige Fertigung, teilte das Unternehmen am Freitag in Gerlingen bei Stuttgart mit. Der Handel mit Ersatzteilen sei bereits zum Erliegen gekommen.

Der Konzern liefere auch keine Lastwagen-Komponenten mehr in Russland und an russische Kunden. Nachdem es Hinweise gegeben habe, dass Bosch-Teile missbräuchlich „in nicht-zivilen Anwendungen“ verbaut worden seien, laufe eine Überprüfung.

Bosch bestreitet Lieferung an Militärfahrzeughersteller

Bosch hatte zu Wochenbeginn den Vorwurf des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba zurückgewiesen, wonach das Unternehmen Komponenten für russische Infanteriefahrzeuge geliefert haben soll. Die genannte Komponente sei nicht von Bosch an den Hersteller geliefert worden, auch wenn es sich dabei um ein Teil aus der eigenen Produktion handele, hatte es geheißen.

Auch der Vize-Digitalminister der Ukraine, Kostiantyn Koshelenko, hatte am Montag beklagt, dass in erbeuteten russischen „Tigr“- und „Pantsir“-Fahrzeugen Teile von Hauptantriebskomponenten von Bosch sowie Teile von ZF, Danfoss und Mann + Hummel gefunden worden seien.

Auch ZF hatte noch am Montag auf die Vorwürfe reagiert: Man habe Ende Februar alle Teilelieferungen nach Russland gestoppt. So genannte „Dual-Use“-Produkte – aufgrund ihrer Eigenschaften auch für militärische Zwecke verwendbare Teile – liefere man schon seit 2014 nicht mehr in das Land.

Auch Mann + Hummel hat alle Lieferungen nach Russland ausgesetzt. Die Produktion in seinem ukrainischen Werk wurde angehalten.

„Wir halten uns an die Sanktionen“

„Selbstverständlich halten wir uns an alle bisherigen und künftigen rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben – dazu gehören auch Sanktionen“, hieß es nun in der Bosch-Mitteilung.

Bosch fertigt neben Bauteilen für die Autoindustrie auch Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge sowie Industrie- und Gebäudetechnik. Laut Geschäftsbericht 2020 betreiben die Schwaben mehrere Standorte in Russland, unter anderem in Sankt Petersburg und Moskau.

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