Jahresbilanz Bosch steigert trotz Chipkrise und hoher Rohstoffpreise Gewinn

Von dpa/ls

Hohe Rohstoffpreise und Lieferengpässe belasten Bosch – dennoch konnte der Konzern Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr steigern.

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Im laufenden Jahr erwartet der Konzern ein weiteres Umsatzplus.
Im laufenden Jahr erwartet der Konzern ein weiteres Umsatzplus.
(Bild: Bosch)

Ungeachtet der Chipkrise hat Bosch das Corona-Tief überwunden und sein Geschäft wieder ausgeweitet. Wie der Autozulieferer am Mittwoch (9. Februar) in Gerlingen bei Stuttgart mitteilte, stieg der Konzernumsatz im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf knapp 80 Milliarden Euro. Der Umsatz des größten Unternehmensbereichs Mobility Solutions erhöhte sich um knapp 8 Prozent auf 45 Milliarden Euro. Damit dürfte Bosch weiterhin der größte Automobilzulieferer der Welt sein (Übersicht Top 100).

Der operative Gewinn wuchs nach vorläufigen Zahlen auf 3,2 Milliarden Euro nach 2 Milliarden Euro zuvor. Bosch übertraf eigene Prognosen und glich bei Umsatz und Ertrag die Delle des Vorjahres aus, das von coronabedingten Lockdowns und der Absatzkrise geprägt war.

Eine Milliarde für Mikroelektronik und E-Mobilität

Der neue Bosch-Chef Stefan Hartung machte deutlich, dass die Lieferengpässe bei Halbleitern noch lange nicht erledigt sind. „Das beschäftigt uns in allen Branchen, bis hin zu Gebrauchsgütern.“ Mit einer Normalisierung sei voraussichtlich erst vom kommenden Jahr an zu rechnen. Sorgen machten auch steigende Preise für Rohstoffe.

Bosch baue die eigene Halbleiter-Fertigung in Dresden, Reutlingen und im malaysischen Penang aus und investiere allein dafür in diesem Jahr rund 400 Millionen Euro, sagte Hartung. Er begrüßte auch den neuen Vorstoß von Kommissionschefin Ursula von der Leyen, mit Milliardenaufwand die europäische Chipindustrie zu stärken.

In die Mikroelektronik und die Elektromobilität fließen bei Bosch 2022 den Angaben nach zusammen rund eine Milliarde Euro. Im laufenden Jahr erwartet der Konzern ein weiteres Umsatzplus, beziffert dieses aber nicht.

Batterieproduktion mit VW

Hartung machte deutlich, dass Bosch die im sogenannten Green Deal verankerten Klimaziele der EU „ohne Wenn und Aber“ mittrage. Mit dem Green Deal wollen die EU-Staaten bis 2050 klimaneutral werden. „Noch besteht ein großer Teil unseres Geschäfts aus Verbrenner-Systemen, für Diesel- und Benzinmotoren ebenso wie für Gasheizungen“, sagte Hartung. Das Geschäft mit Alternativen laufe aber bereits, die Elektromobilität bringe bereits einen Milliarden-Umsatz.

Die Schwaben stiegen im vergangenen Jahr in das Ausrüstungsgeschäft für die Batterieproduktion ein. „Gemeinsam mit Volkswagen planen wir, in den nächsten Jahren die Fertigungsprozesse von Batteriezellen zu industrialisieren“, sagte Hartung. Ziel sei ein führender europäischer Anbieter. Bosch und die VW-Softwaretochter Cariad entwickeln zudem gemeinsam Fahrerassistenzsysteme.

Ausbau im Automobilsoftware-Bereich

Das Unternehmen entwickelt zudem seit Ende 2021 Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid (SiC), die in Elektrofahrzeugen die Reichweite um bis zu sechs Prozent vergrößern sollen. Für die Technik der stationären Brennstoffzelle (Solid Oxide Fuel Cell, SOFC) möchte Bosch bis 2024 mehr als 400 Millionen Euro investieren. Weitere 600 Millionen Euro sollen im selben Zeitraum in die Entwicklung der mobilen Brennstoffzelle fließen.

Der Markt für Automobilsoftware soll nach eigenen Angaben bis 2030 ein Volumen von rund 200 Milliarden Euro erreichen. So soll das beispielsweise das Angebot an anwendungsunabhängiger Fahrzeugsoftware zur Jahresmitte in der Tochtergesellschaft Etas gebündelt werden. Diese bietet unter anderem übergreifend einsetzbare Fahrzeug-Basissoftware und Entwicklungswerkzeuge an.

Etwa 2.800 Menschen konzernintern gewechselt

Der zum Jahreswechsel an die Konzernspitze gewechselte Hartung sagte, angesichts des Wandels in der Automobilindustrie und in anderen Bereichen könnten bei Bosch nicht alle Arbeitsplätze so bleiben wie sie seien. Personalchefin Filiz Albrecht erklärte, innerhalb des Konzerns seien bereits rund 2.800 Menschen auf andere Stellen gewechselt. Der Technikgigant beschäftigte Ende vergangenen Jahres weltweit gut 400.000 Mitarbeiter, das waren 6.700 mehr als ein Jahr zuvor. Die Mitarbeiterzahl in Deutschland blieb mit 130.000 stabil.

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