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Zulieferer Bosch will ZF Lenksysteme komplett übernehmen

| Redakteur: Jens Scheiner

Bosch will seine Anteile an der ZF Lenksysteme GmbH (ZFLS) auf einhundert Prozent erhöhen. Hierzu unterzeichneten die Robert Bosch GmbH und der zweite Anteilseigner, die ZF Friedrichshafen AG, einen entsprechenden Vertrag. Der Schritt dürfte auch ZF bei der angestrebten Übernahme von TRW helfen.

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Bosch erhöht seine Anteile an der ZF Lenksysteme auf 100 Prozent. Ein entsprechender Vertrag wurde am 15. September unterzeichnet.
Bosch erhöht seine Anteile an der ZF Lenksysteme auf 100 Prozent. Ein entsprechender Vertrag wurde am 15. September unterzeichnet.
(Foto: Bosch)

Bislang ist ZFLS ein paritätisches Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und ZF. Die Transaktion würde beiden Anteilseignern aber Vorteile bieten. So könnte Bosch das eigene Portfolio nochmals deutlich erweitern, denn ZFLS entwickelt, produziert und vertreibt mit mehr als 13.000 Mitarbeitern in acht Ländern weltweit Lenksysteme für Personenwagen und Nutzfahrzeuge.

Im Jahr 2013 betrug der Umsatz rund 4,1 Milliarden Euro. Davon entfallen rund 60 Prozent auf die modernen, kraftstoffsparenden Elektrolenkungen. Diese sind zudem entscheidende Komponente für viele Assistenzsysteme. Beispielsweise können Spurhalteassistenten damit das Auto automatisch auf Kurs halten. Auch für das Thema automatisiertes Fahren sind Elektrolenkungen äußerst relevant.

Kaufpreis unklar

Für ZF wiederum dürfte die angestrebte Übernahme des US-Zulieferers TRW Automotive ein wesentlicher Treiber für das Geschäft sein. Die Friedrichshafener hatten im Juli bestätigt, mit TRW über eine Übernahme zu verhandeln. Die US-Amerikaner bieten neben Sicherheitstechnik aber auch Elektrolenkungen an. Um ein Veto der Kartellbehörden gegen den TRW-Deal zu vermeiden, könnte der Rückzug aus dem Engagement bei ZFLS entscheidend sein.

Allerdings steht auch die Transaktion zwischen Bosch und ZF noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Kartellbehörden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, doch Branchenkenner gehen von einem hohen dreistelligen Millionen-Betrag aus. Immerhin ist ZFLS mit insgesamt 20 Standorten auf den wichtigsten Automobilmärkten der Welt vertreten. Neben den Standorten in Europa, den USA und China produziert ZFLS auch in Indien, Brasilien sowie Malaysia.

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