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Zulieferer Branchenbericht: Rekordproduktion und Renditesorgen

| Autor / Redakteur: Christian Otto / Jens Scheiner

Die Auto-Zuliefererbranche in Deutschland wird auch in diesem Jahr wieder einen Produktionsrekord aufstellen. Das ist eines der Ergebnisse des „Branchenbericht Autozulieferer“ der Commerzbank.

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Die Zulieferer stehen vor großen Herausforderungen. Allerdings bieten sich mit diesen auch wieder neue Chancen. Das sagt zumindest der Branchenbericht der Commerzbank.
Die Zulieferer stehen vor großen Herausforderungen. Allerdings bieten sich mit diesen auch wieder neue Chancen. Das sagt zumindest der Branchenbericht der Commerzbank.
(Foto: ZF)

Der in Stuttgart vorgestellte Bericht warnt zugleich vor uneinheitlichen Renditeentwicklungen, sieht Chancen durch hochpreisige Hochtechnologie, aber auch für einfachere, kostengünstigere Komponenten für Schwellenländer sowie durch internationale Fertigung bei lokalem Einkauf

In der Pressekonferenz zur Vorstellung des Commerzbank-Berichts griff Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) die Ergebnisse des Berichts auf: „Die deutsche mittelständisch geprägte Zulieferindustrie ist im internationalen Vergleich wieder sehr gut aufgestellt, muss sich aber auf große Herausforderungen einstellen.“ Nur wer weltweit unterwegs sei und weltweit liefere, könne von den wachstumsstarken Märkten profitieren und auf Dauer erfolgreich sein.

„Die globale Einkaufspolitik der Automobilhersteller verlangt, dass Zulieferer weltweit lieferfähig sind – bei gleichbleibender Qualität und wettbewerbsfähigen Preisen“, sagte Bräunig. Der Druck steige entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Zulieferer erbringen 75 Prozent der Wertschöpfung eines Automobils und mittlerweile auch schon 50 Prozent des Entwicklungsaufwandes. Mit technischen Innovationen unterstreichen gerade die mittelständischen Zulieferer den guten Ruf des Automobil-Produktionsstandortes Deutschland“, so der VDA-Geschäftsführer.

VDA wirbt weiter für TTIP

Für die Internationalisierung – so Bräunig – seien die Unternehmen auf offene Märkte angewiesen. „Die Politik muss protektionistischen Maßnahmen entgegensteuern und das transatlantische Handelsabkommen TTIP zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Die Innovationskraft der Unternehmen müsse erhalten bleiben, sie sei Voraussetzung für den internationalen Erfolg.

„Und die heimischen Standorte dürfen nicht durch hohe Steuerbelastung und überdurchschnittlich hohe Energiekosten gefährdet werden“, betonte Bräunig. Die Politik sei gefordert, mit entsprechenden Rahmenbedingungen den Industriestandort Deutschland wieder zu stärken.

Kraftmotor China stottert

Der „Branchenbericht Autozulieferer“ liefert nun Wasser auf die Mühlen des Herstellerverbands. Denn auch die Experten der Bank sehen den unterschiedlichen Verlauf der Automobilkonjunktur in den Ländern und Regionen. „So geht in China, dem bisherigen Kraftmotor der Welt, nach Jahren einer stürmischen Marktentwicklung die Wachstumsrate für den Automobilabsatz merklich zurück“ , erläuterte Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand der Commerzbank-Mittelstandsbank Süd.

Das hat Auswirkungen auf die deutschen Zulieferer. „Was die europäische Nachfrage angeht, sehen wir für 2015 zwar ein helles Licht am Horizont. Aber mit Ausnahme von Osteuropa ist langfristig größtenteils nur mit Aufholprozessen und nicht mit echtem nachhaltigen Marktwachstum zu rechnen“, so Kotzbauer weiter. In den USA hingegen dürfte sich der Markt weiter erholen. Bisher sind die alten Höchststände bei neu zugelassenen Fahrzeugen wie vor der Finanzkrise 2008 noch nicht erreicht. Für die nächsten Jahre erwarten die Experten in den USA ein geringeres Wachstum.

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