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Elektromobilität

Brennstoffzellen-Technik in der Warteschleife

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Tankstellen gibt es (noch) kaum

Die große Reichweite ist allerdings auch nötig – denn Tankstellen gibt es kaum. In Deutschland existieren gerade einmal 26, von denen nur 14 öffentlich zugänglich sind. Weltweit kann an 186 Zapfsäulen Wasserstoff getankt werden – selbst im Vergleich zum weitmaschigen Netz von Strom-Ladesäulen eine winzige Zahl. In den kommenden Jahren soll das Angebot aber wachsen. Air Liquide und Linde etwa wollen bis 2017 hierzulande 100, 2023 sogar 400 Tankstellen am Netz haben. Ob das klappt, ist noch unklar. Klar ist aber, dass es teuer wird. Um ein europaweites Wasserstofftankstellennetz zu spinnen, wären nach Expertenschätzung rund zehn Milliarden Euro nötig.

Trumpf in der Hinterhand

Dass die Autohersteller trotz dieser Widrigkeiten weiter am Brennstoffzellenfahrzeug festhalten, liegt vor allem an den weltweit immer strengeren CO2- und Schadstoff-Grenzwerten. Nach 2020 dürften diese so streng werden, dass sie allein mit konventionell betriebenen Fahrzeugflotten kaum mehr zu erreichen sind. Und schon heute leiden viele Metropolen unter Smog und giftiger Luft – Fahrverbote für Diesel und Benziner dürften sich künftig häufen. Nicht nur in Asien, wie kürzlich etwa Paris gezeigt hat. Mit dem Brennstoffzellenauto haben die Fahrzeughersteller für die Zukunft noch einen Trumpf in der Hinterhand. Das Elektromobil ist zumindest aus Sicht von Toyota mittelfristig keine Option; seine schwachen Batterien halten es noch auf Jahre in der kleinen Stadtauto-Nische. Ein Brennstoffzellenfahrzeug hingegen könnte heute schon alles, was ein normales Auto auch kann.

Kein schneller Durchbruch zu erwarten

Ein schneller Durchbruch des Brennstoffzellenautos ist aber nicht zu erwarten. Selbst Toyota plant für 2015 lediglich mit 5.000 bis 10.000 produzierten Einheiten pro Jahr. Auch Hyundai baut zunächst nur 1.000 Autos. Die anderen Hersteller wie Nissan, Ford, BMW und Daimler, die ihre Modelle frühestens ab 2017 auf den Markt bringen wollen, werden ähnlich geringe Stückzahlen bauen. Branchenriese Volkswagen hält sich mit entsprechenden Plänen aktuell sogar ganz zurück und wartet ab. Bei ihrer entspannten Haltung hilft den Herstellern auch, dass das Grundgerüst eines Brennstoffzellenautos weitgehend identisch mit dem eines Elektroautos ist – letztlich muss nur die Batterie verkleinert und durch eine Brennstoffzelle ergänzt werden. So kann man fleißig Erfahrungen mit batteriebetriebenen Modellen sammeln und an der Kostensenkung für die Wasserstofftechnik arbeiten, ohne den Anschluss an Konkurrenten zu verlieren, die bereits entsprechende Autos auf der Straße haben. Bis auf weiteres bleibt die Brennstoffzelle also wohl noch in der Warteschleife.

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