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Digitalisierung

Bundesverband KI stellt Neun-Punkte-Plan vor

| Redakteur: Sven Prawitz

Der Bundesverband Künstliche Intelligenz hat am Montag (25. Juni) in Berlin ein Positionspapier veröffentlicht. Darin fordert der Verein von der Regierung gezielte Maßnahmen zur Förderung von künstlicher Intelligenz, unter anderem mehr Geld für die Forschung.

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Der KI-Bundesverband bei der Gründung in München im März 2018.
Der KI-Bundesverband bei der Gründung in München im März 2018.
(Bild: KI-Verband)

Der Bundesverband Künstliche Intelligenz (KI), dem rund 50 Firmen aus der KI-Branche angehören, hat einen Neun-Punkte-Plan für Deutschland veröffentlicht, der gezielt Maßnahmen der Regierung zur KI-Förderung verlangt. Darin fordert der Verband unter anderem das Schulfach Datenkunde ab der 3. Klasse, Open-Data-Pools zur Sicherung der marktwirtschaftlichen Kräfte und die Errichtung einer so genannten Moonshot Factory, also einer Fabrik, in der Visionen – ähnlich des ersten Fluges zum Mond 1969 – erforscht und umgesetzt werden können.

Die Neun Punkte im Einzelnen:

Bildung & Forschung

  • Förderung der KI-Forschung in der Spitze: Es muss ein zusammenhängender, weltweit führender (Metrik: Anzahl Zitierungen) Research-Hub mit mindestens 1.000 Forschern mit international wettbewerbsfähiger finanzieller Ausstattung geschaffen werden.
  • Flächendeckende KI-Aus- und Weiterbildung: Datenkunde muss als Pflichtfach ab der 3. Klasse eingeführt werden und es braucht eine breite Verankerung von Datenkunde in den meisten Studienfächern und Förderung von Weiterbildungsprogrammen für Arbeitnehmer.
  • Förderung von Open-Data Pools: Zugunsten von Ausbildung, Forschung und Industrie müssen verpflichtende, einheitliche und sichere Open-Data Pools im Rahmen eines Datennutzrechts geschaffen werden, in denen sowohl öffentliche als auch Daten aus der Wirtschaft bereitgestellt werden.

Wirtschaft & Infrastruktur

  • Global wettbewerbsfähige KI-Start-up- und KMU-Finanzierung: Es bedarf einer massiven Aufstockung von Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten (zusätzlich mindestens fünf Milliarden Euro pro Jahr) sowohl von staatlichen und europäischen Programmen als auch privaten Risikokapitalgebern für KI-Start-ups und KMUs.
  • Moonshot Factory: Ein pan-europäisches Förderprogramm mit mindestens einer Milliarde Euro pro Jahr für sogenannte Moonshot-Projekte wie Darpa, J.E.D.I. mit unbürokratischen Zuteilungskriterien und Prozessen inklusive Außenwirksamkeit durch Wettbewerbe muss etabliert werden.
  • Zusammenarbeit zwischen Start-ups und Industrie: Explizite und unbürokratische Förderung von KI-Projekten zwischen KI-Unternehmen und den etablierten Industrien (mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr) müssen geschaffen werden.

Arbeit & Gesellschaft & Recht

  • Schaffung adäquater rechtlicher Rahmenbedingungen: Sandbox-Umgebungen sowie zeitlich beschränkte und regelmäßig zu aktualisierende Regulierungen unter Einbeziehung von KI-Experten ohne Einschränkungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit müssen geschaffen werden.
  • Aufklärung: Es müssen Initiativen zur Aufklärung über die heutige allgegenwärtige Verwendung der Nutzerdaten, den positiven Einfluss von KI auf die Gesellschaft, eine differenzierte Analyse der Risiken, sowie die Notwendigkeit des Einsatzes von KI zur Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ganzer Industrien gebildet werden.
  • Gesellschaftliche Auswirkungen: Es bedarf der Entwicklung von Zukunftsszenarien und der kontinuierlichen Adaption von Umsetzungsplänen an aktuelle technologische Fortschritte. Vorbild: Abschätzung des Klimawandels und resultierender Klimaschutzpolitik und der Einrichtung eines deutschen Ethikrates für KI.

Insgesamt enthält das Positionspaper über hundert einzelne Maßnahmen, die laut Verband Deutschland und Europa im Wettlauf mit anderen Volkswirtschaften stärken sollen. Der Verband wurde Mitte März 2018 mit Unternehmen, Start-ups und Experten aus der KI-Branche gegründet und dient nach eigenen Angaben als deren Sprachrohr.

Quelle: KI-Verband.de

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